Meinung:
Erster Satz: Du hast den Drogentest nicht bestanden. Fuck.
Das Cover mag ich echt gerne, ich bin ein Fan von dieser Art von Covern. Darauf sehen wir Sierra und Dylan.
Der Schreibstil der Autorin war sehr gut und angenehm zu lesen. Geschrieben ist das Buch in der Ich-Perspektive, wobei es sowohl Kapitel aus Sierras als auch aus Dylans Sicht gibt und man beide dadurch besser kennen lernt.
Zu Beginn lernt man Sierra kennen, die nach einem Unfall wieder mit dem Eiskunstlauf beginnen will. Doch es will einfach niemand mit ihr laufen, weil sie angeblich Unglück bringt. Gut, dass Dylan gerade vom Eishockey suspendiert wurde und sich durch den Paarlauf mit Sierra wieder rehabilitieren kann. Zuerst ist Sierra gar nicht begeistert, doch mit der Zeit taut sie Dylan gegenüber auf.
Der Einstieg in das Buch ist mir sehr leicht gefallen, weil ich die Charaktere gleich mochte. Sierra mehr als Dylan, aber das ist nicht so schlimm. Dass ein Eishockeyspieler auch gut im Eiskunstlauf ist, fand ich interessant und daher war ich neugierig, wie sich das alles entwickeln würde. Die Ausgangslage hat mir auf jeden Fall schonmal gefallen.
Sierra mochte ich gerne, sie kämpft für das, was sie will und versucht ihr Bestes. Ich fands schön, dass sie sich Dylan gegenüber dann auch immer mehr geöffnet hat und nicht mehr allein mit sich ausgemacht hat. Toll fand ich auch ihre Direktheit und Entschlossenheit, das hat oft zu witzigen Situationen geführt.
Dylan war da komplizierter für mich. Lange fand ich seine Art echt überheblich, er gibt sich als Draufgänger und als würde ihm nichts etwas anhaben, obwohl er eigentlich nur all seine Gefühle versteckt. Sein Auftreten nach außen hin fand ich nicht gut, wie es aber in ihm drinnen aussah hat mir gefallen. Die Mischung hat mir Dylan jetzt nicht unbedingt sympathisch gemacht und erst gegen Ende habe ich angefangen ihn wirklich zu mögen.
Mit der Geschichte habe ich mir teilweise recht schwer getan, weil lange nichts passiert ist und vieles sich immer wiederholt hat. Erst im letzten Drittel konnte mich das Buch vollends abholen. Davor dreht sich sehr viel um das Training für den Wettkampf, die beiden treffen sich zuerst auch fast nur dort und dass sie auch außerhalb der Eishalle Zeit miteinander verbringen kommt erst später dazu.
Interessant waren dann aber die Probleme der Charaktere. Sierra kämpft immer noch mit ihrem Unfall und bei Dylan sind es die Eltern, die ihm Probleme machen. Beide Themen kamen immer wieder auf, doch das von Dylan empfand ich als besser behandelt. Seine Familie kam immer wieder vor, es gab Gespräche und er hat auch mit Sierra darüber geredet. Gegen Ende wird das Thema immer präsenter und kommt auch zu einem guten Abschluss. Das gabs bei Sierra nicht, sie fürchtet sich teilweise noch und es wird auch erwähnt, dass sie in Therapie war, aber es wirkte auf mich so, als würden ihre Gefühle und Probleme in Hinsicht aufs Eislaufen immer mehr in der Hintergrund rücken.
Die Liebesgeschichte war in Ordnung, ich empfand sie nicht unbedingt als romantisch, aber schön zu lesen. Sie fangen eher als Freunde an und dann kommt eine Freundschaft plus und daraus entwickeln sich erst die Gefühle, wobei man bei beiden vorher schon merkt, dass da was ist, sie wollen es sich nur nicht eingestehen.
Ein weiteres großes Thema war auch Eishockey, denn Dylan hat zuvor gespielt. Man merkt ihm aber schnell an, dass er Eiskunstlauf eigentlich viel lieber mag und die Unterstützung, die er dafür von allen Seiten bekommen hat fand ich schön. Niemand hat ihn verurteilt oder wollte ihn bekehren, dies war einfach gelungen.
Gegen Ende kommt dann noch das Drama dazu, welches aber wirklich gut gepasst hat. Ich hatte schon Angst, dass sie streiten und sich trennen oder sowas, aber es ging in eine ganz andere Richtung als erwartet. Das war einerseits überraschend, andererseits war es erfrischend as zu lesen. Ab da habe ich meine Bewertung für das Buch auch nochmal überdacht, denn besonders die letzten 150 Seiten waren wirklich super.
Fazit:
Je länger ich das Buch gelesen habe, desto mehr mochte ich es. Besonders das Ende hat mir richtig gut gefallen. Sierra und Dylan waren solide Charaktere, beide haben unterschiedliche Gefühle in mir ausgelöst, aber am Ende mochte ich sie beide gerne. Die Geschichte hat sich zuerst etwas gezogen und es fehlte die Abwechslung, aber das Ende hat nochmal, für mich, alles rausgerissen. Von mir kriegt das Buch 4 Sterne.