In Grumpy Darling von Alexandra Moody geht es um Paige, die kurz vor ihrem Schulabschluss steht und absolut keinen Plan hat, wie es danach weitergehen soll. Unter dem Druck ihrer Eltern erstellt sie eine Bucket List für ihr letztes Jahr voller Dinge, die sie ausprobieren will, um endlich herauszufinden, wer sie ist und was sie will. Ein Punkt darauf: ihr erster Kuss. Doch das gestaltet sich schwierig, vor allem, weil ihr bester Freund Grayson Darling, Eishockeyspieler und absoluter Grummelbär, jeden potenziellen Kandidaten sofort vergrault. Also wird kurzerhand beschlossen: Grayson soll nicht länger abschrecken, sondern als Wingman und Dating-Coach fungieren. Während Paige versucht, ihrem Crush Damien näherzukommen, kämpft Grayson jedoch mit ganz anderen Gefühlen, die er schon viel zu lange unterdrückt
Ich muss sagen: Dieser zweite Band hat mir tatsächlich noch besser gefallen als der erste. Grumpy Darling hat sich für mich einfach runder, emotionaler und irgendwie echter angefühlt. Auch wenn man natürlich wieder merkt, dass wir uns hier im New-Adult-Bereich bewegen und die Protagonist*innen noch sehr jung sind.
Gerade das Alter hat man beim Lesen auch deutlich gespürt. Paige und Grayson wirken an manchen Stellen ziemlich naiv und teilweise fast ein bisschen jünger, als sie eigentlich sein sollten. Manche Reaktionen oder Gedanken kamen mir etwas übertrieben oder unbedarft vor. Aber: Es hat mich nicht wirklich gestört. Es blieb insgesamt im Rahmen und hat sogar irgendwie zur Geschichte gepasst, weil diese Unsicherheit ja genau das ist, worum es bei Paige geht, dieses Suchen, Ausprobieren und sich selbst finden.
Was ich besonders gelungen fand, war die Grundstimmung des Buches. Es ist einfach schön. So unaufgeregt, so angenehm, so frei von toxischem Drama. Keine künstlich aufgebauschten Konflikte, kein unnötiger Hass, stattdessen eine Geschichte, die auf einer jahrelangen Freundschaft aufbaut und zeigt, wie sich diese langsam verändert. Dieses Friends-to-Lovers-Setting hat sich unglaublich gut angefühlt, vor allem weil es hier nicht dieses typische wir hassen uns erst-Schema gibt, das man so oft liest.
Die Liebesgeschichte war zwar vorhersehbar, man weiß eigentlich von Anfang an, wohin das Ganze führt, aber genau das hat für mich den Reiz ausgemacht. Es ging weniger um das Was passiert? und mehr um das Wie passiert es?. Und dieses Wie war einfach richtig schön umgesetzt.
Besonders Grayson hat dabei mein Herz gewonnen. Dieses heimliche Verliebtsein, dieses Zurückhalten, weil er die Freundschaft nicht gefährden will und gleichzeitig dieses leise Bemühen um Paige. Das war einfach so süß zu lesen.
Aber auch Paige hat mir gefallen, vor allem ihre Entwicklung. Ich mochte es total, wie sich ihre Gefühle ganz langsam verändern. Wie sie Stück für Stück merkt, dass das, was sie für Grayson empfindet, eben nicht nur freundschaftlich ist. Dieser Wandel war nicht plötzlich oder überdramatisch, sondern leise, glaubwürdig und sehr gefühlvoll geschrieben.
Der Schreibstil von Alexandra Moody ist dabei angenehm leicht, flüssig und sehr zugänglich. Man fliegt förmlich durch die Seiten, ohne dass es oberflächlich wirkt. Die Atmosphäre ist warm, locker und teilweise auch richtig humorvoll, vor allem durch die Dynamik innerhalb der Darling-Familie.
Und genau da kommt für mich ein weiteres Highlight: die Familie Darling. Ich mochte die Darlings ja schon in Band 1, aber hier habe ich sie noch mehr ins Herz geschlossen. Die Beziehungen zwischen den Brüdern sind einfach richtig schön dargestellt. Liebevoll, ein bisschen chaotisch, oft witzig, aber immer unterstützend. Das hat dem Buch nochmal eine ganz besondere Wärme gegeben.
Was vielleicht für einige wichtig ist: Es gibt keinen Spice. Aber ehrlich gesagt, das Buch braucht das auch überhaupt nicht. Die Gefühle, das Knistern, dieses leise Prickeln zwischen Paige und Grayson, das funktioniert auch komplett ohne explizite Szenen. Und genau das macht die Geschichte meiner Meinung nach so stark, weil sie zeigt, dass Intensität nicht davon abhängt.
Fazit
Am Ende bleibt für mich ein sehr niedlicher, emotionaler und einfach angenehmer Roman, der sich leicht liest, aber trotzdem berührt. Kein großes Drama, keine toxischen Dynamiken, sondern eine sanfte, liebevolle Liebesgeschichte, die sich gut anfühlt.