Eyra, Saul und Noah haben sich in Calor versteckt. Wie vereinbart kommen Fayette und Naran frei, wenn auch mit gelöschter Erinnerung, während Lazar im Kerker des Schlosses eingesperrt bleibt. Das ist die Ausgangssituation für die Fortsetzung von K.T. Steens Eisfeuer-Saga. Auch mit ihrem 2. Band "Eisglut" konnte sie mich von Beginn an fesseln.
Eyra sucht verzweifelt eine Möglichkeit, ihren Geliebten aus den Klauen Lorelais und des Ordens zu befreien. Während des Besuchs bei einer Hexe wird sie von einer alten Macht berührt. Deren Prophezeiung "Nur der Feuerrubin in deinen Händen wird Estraoras Schicksal wenden. Werde zu Feuer, denn er wird zu Eis. Das ist des Südens Freiheit Preis" weist Eyra den Weg. Während sie Hinweise auf den Verbleib des Feuerkristalls sucht, gelingt es ihr, gedanklich mit Lazar zu kommunizieren. Sie beschließen, dass Eyra und ihre Gefährten auf die Suche nach dem Feuerkristall gehen, während ihr Geliebter sich bemüht, das Vertrauen seiner Halbschwester Lorelai zu gewinnen. Später gelingt es Lazar zu fliehen, doch dann wird die Gemeinschaft mit dem unausweichlichen Tod bedroht. Um ihre Lieben zu retten, schließt Eyra in ihrer Verzweiflung einen Pakt, den sie niemals eingehen wollte ...
K. T. Steen schreibt flüssig und bildhaft. Wir lernen neue Bewohner der von ihr geschaffenen Welt Mirilor kennen, wie Nachtfeen, Gnome und Schrate, aber auch Kockerhasel und Greife oder Wünschelblumen. Mein absoluter Favorit ist Theodorius von Winterweide, der jüngste Spross eines legendären Geschlechts von Schneeamseln. Er verfügt nicht nur über einen unfehlbaren Blick für die richtige Kleidergröße, sondern ist ein wirklich zauberhaftes Wesen.
Eyra und ihre Begleiter finden trotz Narans anfänglicher Ablehnung zu einer loyalen Gemeinschaft zusammen. Auf der Reise nach Oritea überstehen sie Verrat und Gewalt. Auch die Beziehung von Lazar und Eyra gedeiht. Sie finden endgültig zusammen, was zu ein paar "heißen" Szenen führt, die die Romantiker unter uns erfreuen. Die Winterprinzen unterstützen Eyra. Obwohl sie alles verloren haben, kämpfen sie weiter. Band 2 endet nicht direkt mit einem Cliffhanger, doch an einer spannenden Stelle. Gerade haben wir ein mächtiges magisches Wesen kennengelernt, das noch eine bedeutende Rolle spielen wird. Welche? Das erfahren wir dann in Band 3 - Eisflammen.
Auch Teil zwei der Saga konnte mich fesseln. Ich habe Eyra näher kennengelernt und mit ihr und den Gefährten mitgefiebert. Lauernde Gefahren, spannende Suche, schmerzliche Begegnungen, gute und böse Mächte, Verrat, Romantik. Loyalität, Zuneigung, Hass - alles ist in dieser Geschichte vorhanden. Dabei ist die Atmosphäre nicht durchgehend düster, einige schöne Momente und eine Prise Humor lockern das Geschehen auf. Eyra und die Gemeinschaft müssen ihre Strategie überdenken, da neue Erkenntnisse dies erforderlich machen. Ich bin so neugierig, wie es weitergeht. Eines ist sicher, es bleibt spannend!