Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Mirjam erzählt, wodurch man tief in ihre Gefühls- und Gedankenwelt eintaucht. Ihre aktuelle Situation ist von der Sehnsucht nach Juan, ihrem Ex-Freund, geprägt, aber auch von ihrer Sorge um ihre Schwester Nia, von der sie schon viel zu lange nichts mehr gehört hat.
Schon früh rückt die besondere Beziehung zwischen den beiden Schwestern in den Mittelpunkt. Aus Mirjams Rückblicken erfahren wir, wie sie sich mit 14 Jahren begegnet sind, wie Nia zur ersten Person wurde, der sie sich wirklich öffnen konnte und wie tief sich ihre Beziehung über die Jahre entwickelt hat. Auch mehr als 20 Jahre später ist ihr Band noch stark, wenngleich die aktuelle Distanz Mirjam schmerzt. Die besondere Stimmung, die ein tiefes Gefühl von Zuneigung, Liebe, Nähe und Verbundenheit vermittelt, hat mich dabei in ihren Bann gezogen.
Und doch ist es mehr als die Geschichte zweier Schwestern. Im weiteren Verlauf ist es auch eine Geschichte über eine toxische und gewalttätige Beziehung. Zwei entscheidende Plot Twists stellen Mirjam vor die Frage, wie bedingungslos ihre Liebe ist und wie weit sie bereit ist zu gehen.
Fazit: ein Buch, das mich nachhaltig beeindruckt hat. Der leise, aber allgegenwärtige emotionale Ton macht die Stärke und Besonderheit dieses Buches aus.