Die Insel meiner Schwester ist ein außergewöhnliches Debüt der in Stockholm lebenden Autorin Sara B. Elfgren. Neben ihren international erfolgreichen Kinder- und Jugendbüchern, schreibt die mehrfach ausgezeichnete Autorin u.a. für Theater, Oper, Radio und Film. Sie war bereits für den August-Preis und den Literaturpreis des Nordischen Rates nominiert.
Mit psychologischem Gespür erzählt Sara B. Elfgren ein packendes Drama inmitten der rauen Landschaft der Stockholmer Schären.
Inhalt:
Mirjam leidet noch unter der Trennung von ihrem langjährigen Freund, als ihre Schwester Nia sie zum ersten Mal nach langer Zeit kontaktiert. Sie lädt sie zu ihrem vierzigsten Geburtstag auf die Schäreninsel ein, auf der die beiden die Sommer ihrer Kindheit verbracht haben. Auf Tallholmen waren sie unzertrennlich. Aber das ist lange her. Mirjam entscheidet sich, der Einladung zu folgen und zurückzukehren an den Ort, der einst ihr gemeinsames Paradies war. Doch sie ahnt nicht, was hier vor sich geht. Als die Nacht hereinbricht und ein Sturm aufzieht, muss Mirjam eine Entscheidung treffen: Ist sie bereit, bedingungslos an der Seite ihrer Schwester zu stehen?
Meine Meinung:
Das wunderschöne Cover konnte mich von Anfang an begeistern, denn es ist sehr stimmungsvoll und zeigt die Insel Tallholmen, dazu noch ein Bestseller aus Stockholm, das musste ich lesen.
Die Ich-Erzählerin Mirjam erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht und immer wieder schweift sie plötzlich ab in ihre Erinnerungen aus ihrer Kindheit und wie sie Nia ihre Halbschwester kennenlernte und was sie zusammen erlebten. Diese Rückblicke passieren recht abrupt und machten mich oft stutzig, wo und in welcher Zeit, ich gerade bin. Eine geschmeidige Verknüpfung beider Ebenen hätte mir durchaus besser gefallen.
Mirjams Erzählungen deuten daraufhin, dass sie krankhaft auf ihre Schwester fixiert ist, während Nia zwar auch an ihrer Halbschwester hängt aber scheinbar nicht so krankhaft besessen. Schade finde ich, dass Nia nicht zu Wort gekommen ist und ihre Ansichten hier geteilt hat. Oft hatte ich den Eindruck, dass Mirjam das Zepter in der Hand hielt und die Richtung vorgab oder wollte sie Nia nur schützen ...
Nach langer Zeit stehen sich Mirjam und Nia auf der einsamen Schäreninsel wieder gegenüber und eine geheimnisvolle Spannung breitet sich aus. Unerwartet treffen zum Geburtstagsdinner nicht nur Nias Freundinnen ein sondern auch Knut, der nicht locker lässt und sich beharrlich nach Nias Ehemann Konrad, erkundigt.
Und während draußen ein Sturm aufzieht, braut sich drinnen eine Katastrophe zusammen ...
Fazit:
Die Geschichte ist zwar flüssig geschrieben aber die einseitige Erzählung der Ich-Erzählerin, brachte aus meiner Sicht keinen lebhaften Schwung in die ganze Handlung. Selbst das Drama zum Ende konnte mich nicht ganz überzeugen.