Der Mensch . . . ein Vernunftwesen? Eine irrwitzige Vorstellung angesichts seiner oftmalsirrationalen Handlungsweise - vor allem in solchen Situationen, in denen er seinen Gefühlenausgeliefert ist, kein Mittel mehr findet, sodass etwa sein Verstand die Kontrollezurückgewinnen könnte. Sein Wille versagt oft ausgerechnet dann, wenn die Moral den Zeigefinger hebt - weil dieTriebe die Kontrolle über sein Gefühlsleben übernommen haben und Schranken obsoletwerden. Dann nämlich ist der Zeitpunkt gekommen, wo sich sämtliche Skrupel auflösen undder Mensch nicht länger als Individuum handelt, sondern als Sklave seiner Emotionenfungiert . . . - gleichermaßen als hilfloser Protest seiner jahrzehntelangen Unterdrückung . . . durch die Sozialisation, die sein Ich in Fesseln legte - mit dem Verstand als ihrem oberstenWächter.