Zum Abschluss des Alfred-Eugen-Ott-Forums zeigt Adolf Wagner auf, dass es sich bei der Nationalökonomik um eine ambivalente Sozialwissenschaft des »Ungefähren« handelt, bei der sich aus speziellen Anwendungen unterschiedliche Befunde ergeben und die von ihren Anwendern sowohl Fingerspitzengefühl als auch »Tacit Knowledge« erfordert. Vor diesem Hintergrund werden volkswirtschaftliche Aspekte von Verteilung, Beschäftigung und Wachstum eingehend erörtert. Nicht zuletzt gelingt Wagner damit eine kritische Einordnung der gegenwärtig intensiv diskutierten »Zeitenwende« in der marktwirtschaftlichen Demokratie Deutschlands.
In good times, economics had a reputation as a "political prudence theory", a scientific discipline that researched the best possible functioning of state-integrated economies. However, it was sometimes overestimated as a kind of "social physics" that was supposedly able to provide universally valid rules that could be applied everywhere and at all times.
At the end of the Alfred Eugen Ott Forum, Adolf Wagner shows that economics is in fact an ambivalent social science of the "approximate", in which different findings result from special applications and which requires both sensitivity and "tacit knowledge" from its users.
Against this background, economic aspects of distribution, employment and growth are discussed in detail. Last but not least, Wagner thus succeeds in critically classifying the currently intensively discussed "Zeitenwende" (turning point) in Germany's market-based democracy.
In guten Zeiten stand die Nationalökonomik im Ruf einer »politischen Klugheitslehre«, die als wissenschaftliche Disziplin das bestmögliche Funktionieren staatlich eingebundener Volkswirtschaften erforscht. Mitunter wurde sie dabei jedoch als eine Art »Sozialphysik« überschätzt, die vermeintlich einheitliche, immer und überall anwendbare und universal gültige Regeln zu liefern vermöge.
Zum Abschluss des Alfred-Eugen-Ott-Forums zeigt Adolf Wagner auf, dass es sich bei der Nationalökonomik jedoch vielmehr um eine ambivalente Sozialwissenschaft des »Ungefähren« handelt, bei der sich aus speziellen Anwendungen unterschiedliche Befunde ergeben und die von ihren Anwendern sowohl Fingerspitzengefühl als auch »Tacit Knowledge« erfordert.
Vor diesem Hintergrund werden volkswirtschaftliche Aspekte von Verteilung, Beschäftigung und Wachstum eingehend erörtert. Nicht zuletzt gelingt Wagner damit eine kritische Einordnung der gegenwärtig intensiv diskutierten »Zeitenwende« in der marktwirtschaftlichen Demokratie Deutschlands.
Inhaltsverzeichnis
1. Nationalökonomik das mehrdeutige Herrschaftswissen
Aufgabenbezogenes Wissen Der »gesunde Menschenverstand« ist überfordert Komiker, Journalisten und Ordinarien kritisieren Verleger, Antiquare und Wähler sind irritiert Der Irrglaube an eine exakte Einheitswissenschaft Perspektivische Wahrheiten und Quasi-Theorien bleiben Die Mehrdeutigkeit der Nationalökonomik Methodologisches Stroh zu Gold spinnen?
2. Elementare Nationalökonomik für die staatlich eingebundene Volkswirtschaft
Um die Rückbindung an Höheres wissen Vielfalt bemerken und Elementares erkennen! Rechtsräume und Machtgebilde sehen! Das Geflecht der Produktionen und Transaktionen beobachten! Transaktions- und Kreislaufmotorik erforschen! Fortschritt und Strukturwandel registrieren! Gute Lebenslagen und gesellschaftliche Zustände herbeiführen! Begrenzte Wahrheitsfähigkeit akzeptieren! Hauptgebiete überschauen! Voraussagen nach der Stützel-Raabe-Vorgehensweise wagen! Die Wirtschaftspolitik unterstützen! Ein Fazit des Elementaren
3. Zeitenwenden als Einschnitte mit Langzeitwirkung
Stimmungen und eine erklärliche Politikverdrossenheit Zum Systemwechsel nach dem Zeiten Weltkrieg Zur Demografischen Zeitenwende des anhaltenden Geburtendefizits Zur deutschen und europäischen Vereinigung Zur effizienzgetriebenen Wende in die Störanfälligkeit Zu Kriegsgefahr und Schuldenschub Zu Handelskriegen unter entwickelten Nationalökonomien