Im Mittelpunkt der Geschichte steht Lelibeth Lacroix, die gemeinsam mit ihrem Vater das luxuriöse Berghotel Mont Lacroix führt und sich darauf vorbereitet, das Familienerbe eines Tages vollständig zu übernehmen. Um das Hotel zukunftsfähig zu machen, möchte sie exklusive Events etablieren und erhält mit der Ausrichtung einer prestigeträchtigen Hochzeit die Chance, ihr Konzept zu beweisen. Dafür braucht sie dringend einen talentierten Floristen und genau hier tritt Noah Benz in ihr Leben. Was Lelibeth nicht weiß: Noah arbeitet im Auftrag seines Vaters, dem Besitzer des konkurrierenden Hotels Goldberg, und soll das Mont Lacroix ausspionieren. Doch je mehr Zeit er im Hotel verbringt und je näher er Lelibeth kommt, desto stärker gerät sein Auftrag ins Wanken. Zwischen Loyalität, Schuldgefühlen und echten Gefühlen muss Noah eine Entscheidung treffen, die alles verändern könnte.
Mont Lacroix - Longing for Lelibeth von Alexandra Flint hat mich positiv überzeugt. Der Autorin gelingt hier ein Auftakt, der sich weniger auf künstliches Drama verlässt, sondern vor allem von Atmosphäre, Figurenentwicklung und emotionaler Spannung lebt.
Was mich von der ersten Seite an gefesselt hat, war das Setting. Das Mont Lacroix ist nicht einfach nur ein Luxushotel, es fühlt sich wirklich wie ein lebendiger Ort an. Die Beschreibungen sind unglaublich bildlich: draußen der glitzernde Schnee, die winterlichen Berge, die klare Bergluft; innen warmer Luxus, altehrwürdiger Charme und gleichzeitig eine gemütliche, fast heimelige Stimmung. Ich hatte beim Lesen ständig das Gefühl, selbst durch die Flure dieses Schloss-Hotels zu gehen. Gerade dieser Kontrast aus exklusivem Ambiente und familiärer Wärme macht den Reiz des Settings aus.
Besonders positiv überrascht hat mich zudem das elitäre Umfeld. Oft sind Settings dieser Art ja von Intrigen, Zickereien oder überzogenem Konkurrenzdenken geprägt. Hier ist das ganz anders. Das Mont Lacroix strahlt zwar Prestige aus, aber ohne diese typische Giftigkeit. Die Mitarbeitenden, die Familie und das gesamte Umfeld wirken herzlich und loyal. Man spürt richtig, wie gut dort alles ineinandergreift wie Zahnräder, die perfekt zusammenarbeiten. Dieses Gefühl von Zusammenhalt und Vertrauen hat mir unglaublich gut gefallen und dem Hotel fast etwas Märchenhaftes verliehen.
Der Schreibstil von Alexandra Flint liest sich sehr flüssig und angenehm. Sie verliert sich nicht in unnötigen Längen, nimmt sich aber genau dort Zeit, wo Emotionen oder Atmosphäre Raum brauchen. Besonders mochte ich die eingestreuten Zeitungsartikel. Das ist ein kleines Stilmittel, das der Geschichte zusätzliche Dynamik gibt und die Handlung realistischer wirken lässt, ohne den Lesefluss zu stören.
Die beiden Hauptfiguren haben für mich das Buch wirklich getragen.
Noah war für mich besonders spannend, weil sein innerer Konflikt so greifbar ist. Man merkt deutlich, wie sehr er zwischen dem Druck seines Vaters und seinem eigenen moralischen Kompass zerrieben wird. Seine Leidenschaft für die Floristik wirkt authentisch und verleiht ihm Tiefe. Ich mochte sehr, dass er kein klassischer Bad Boy ist, sondern jemand, der eigentlich einfach nur frei sein und seinen eigenen Weg gehen will.
Lelibeth hat mich ebenfalls überzeugt. Sie ist stark, verantwortungsbewusst und unglaublich fokussiert auf das Hotel manchmal fast zu sehr. Man spürt die enorme Last, die auf ihren Schultern liegt, und gleichzeitig bewundert man, wie souverän sie damit umgeht. Besonders schön fand ich ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte, in der langsam deutlich wird, dass sie lernen muss, auch Raum für sich selbst zu schaffen. Sie wirkt nie überzogen perfekt, sondern menschlich und nahbar.
Die Liebesgeschichte entwickelt sich ruhig, aber gefühlvoll. Sie basiert zwar auf einer problematischen Ausgangssituation, schließlich steht Noahs Geheimnis wie ein Damoklesschwert über allem, doch genau diese emotionale Spannung macht den Reiz aus. Ich konnte Noahs Zerrissenheit wirklich nachempfinden, was die romantischen Momente noch intensiver gemacht hat.
Wenn ich einen kleinen Kritikpunkt nennen müsste, dann vielleicht, dass das Tempo stellenweise eher ruhig ist. Wer sehr viel äußere Action erwartet, könnte das als langsam empfinden. Für mich hat es aber gut zur winterlichen, fast verträumten Atmosphäre gepasst.
Fazit
Insgesamt hat mich der erste Band der Mont Lacroix-Reihe Longing for Lelibeth vor allem durch sein traumhaftes Setting, die warmherzige Hotel-Familie und die emotional glaubwürdigen Hauptfiguren überzeugt. Ich habe mich im Mont Lacroix unglaublich wohlgefühlt und bin jetzt schon neugierig auf die Folgebände besonders darauf, mehr über die Geschwister und ihre Geschichten zu erfahren.