Das Cover von Ich rede, also bin ich von Julia Mailänder gefällt mir in seiner Schlichtheit und in seiner edlen Gestaltung sehr und ich mag die äußerst gelungene Farbkombination aus Petrol, Weiß und Gold ausgesprochen gerne. Im Inneren bleibt die Gestaltung sehr nüchtern, was ich vollkommen in Ordnung finde, ein schönes Gestaltungelement sind jedoch die hin und wieder angedeuteten Sprechblasen, die den Fließtext unterbrechen.
Julia Mailänder studierte Germanistik und französische Philologie und hält einen Master in Neurolinguistik, was sie wohl besonders dafür prädestiniert, uns LeserInnen dieses Buch zu präsentieren. Auf sehr unterhaltsame Art und Weise hat sie mich in die Welt der Sprache entführt, mir viele beeindruckende Facetten dieser gezeigt und mich neugierig gemacht, auf all die Möglichkeiten und großartigen Leistungen unseres Gehirns und Sprechapparates. Ihre Texte wirken kompetent und gut recherchiert, sind aber trotzdem angenehm zu lesen und gut verständlich. Zudem sind sie absolut nicht trocken oder langweilig, sondern im Gegenteil oft hochspannend, wirklich interessant und durch den Humor sowie die teils leicht flapsige Art der Autorin auch noch sehr unterhaltsam.
Julia Mailänder beleuchtet in 5 Teilen und 42 Kapiteln wirklich die unterschiedlichsten Facetten und Möglichkeiten unserer Sprache. Es geht darum, warum wir eigentlich sprechen und ob wir die einzigen sprachbegabten Lebewesen sind, darum, wie Sprache und Sprechen ganz praktisch funktioniert, welche äußeren und inneren Gegebenheiten Einfluss auf unsere Sprache nehmen, welche Grenzen es gibt, wie sich Sprache entwickelt, und, und , und. Für mich war es teilweise wie ein kleiner Sog, denn wenn ich einmal angefangen hatte zu lesen, dann wollte ich unbedingt auch noch das nächste Kapitel lesen und herausfinden, um welches Sprachphänomen es darin ging.
Jedem neuen Kapitel sind drei Dinge vorangestellt, die als das Wichtigste auf einen Blick überschrieben sind und das ist der einzige Punkt an diesem Buch, der für mich persönlich nicht ganz gelungen ist. Denn in meiner Wahrnehmung waren diese Dinge, so aus dem Zusammenhang gerissen, oft einfach nicht stimmig oder entsprachen nicht meiner sachlichen Definition der Überschrift. Aber das ist einfach Geschmackssache und hat dem grundsätzlichen Genuss des Buches zum Glück keinen wirklichen Abbruch getan.
Ich wurde wieder einmal fasziniert von der Sprache und ihren Möglichkeiten, von den unglaublichen Leistungen unseres Gehirns und von den komplexen Strukturen der menschlichen Kommunikation, so dass ich dieses Buch herzlich gerne an alle neugierigen und sprachbegeisterten LeserInnen empfehlen möchte Viel Freude damit!