Hier werden Frankreich-Fans Ohren machen und staunen ....
Ähnlich wie Eric Pfeil mit seinen beiden Büchern (Azzurro und Ciao, Amore, Ciao) über Songs aus Italien und deren Musiker, hat Christoph Sator versucht, mit seinen 100 Favoriten die breite musikalische Landschaft Frankreichs zu beschreiben. Die Auswahl ist natürlich (s)eine sehr Persönliche. Er hat dafür seine individuelle Play List bzw. Interpreten das Alphabet von Aznavour bis Zaz bemüht. Nicht immer strukturiert oder chronologisch reiht er von 1945 bis 2021 Chanson an Chanson . Anders als Pfeil, der auch Opernsänger Enrico Caruso in sein Repertoire aufnimmt, bleibt Sator bei der leichten Muse, was aber weder als Kritik am Musikgenre noch an der vorgenommenen Auswahl verstanden werden soll, denn nicht alle Chansons verdienen das Prädikat leicht, viele sind vielmehr dunkelgraue Lieder (© Ludwig Hirsch).
Ob die ausgewählten hundert Songs mit meinen persönlichen Vorlieben übereinstimmt? Ehrlich gesagt mag ich die alten Chansons einer Edith Piaf oder Jules Dassin oder Charles Aznavour lieber als die Popkultur der 2000er.
Mit Dalidas Paroles, Paroles verbinde ich immer mein Scheitern im Französischunterricht. Wir mussten (1976) den Text von der Kassette auf Papier bringen. Nun, ich habe damals leider nur einen gebrauchten und eiernden Kassettenrecorder besessen, der das mehrmals überspielte Band nun mit Ach und Krach (im wahrsten Sinne der Wortes) durch den Lautsprecher gebracht hat.
Ein paar Jahre später hat mir ein bis heute unbekannter Verehrer die Single Je taime an die Wohnungstüre gehängt.
Schmunzeln musste ich über die vielen Anekdoten, die Sator über die Interpreten zu schildern weiß, sowie Frankreichs Abscheu (?) Fremdsprachen, vor allem Englisch, gegenüber. Das eine oder andere Klischee wird liebevoll bedient. Lamour toujours - auch wenn selbige nur die Halbwertszeit eines kurzen Sommerurlaubs hat.
Fazit:
Gerne gebe ich dieser launigen Liebeserklärung an das musikalische Frankreich 5 Sterne.