In Ausradiert spielt Percival Everett mit den noch immer bestehenden Vorurteilen gegenüber der afroamerikanischen Bevölkerung in den USA. Im Mittelpunkt steht der Autor Thelonious »Monk« Ellison, der den unterschwelligen alltäglichen Rassismus mit treffsicherer Ironie offenlegt. Sehr sarkastisch beschreibt er seine überwiegend weißen intellektuellen Kollegen und Kolleginnen, die zwar alle Vorurteile weit von sich weisen, aber die weit verbreiteten, völlig klischeehaften Darstellungen der People of Colour in Büchern und Filmen für total authentisch halten. Selbst als Intellektueller wird er auf seine Hautfarbe zurückgeworfen, obwohl er immer glaubte, dass dies in seinen Kreisen kaum noch eine Rolle spielt. Dazwischen streut Percival Everett immer wieder kleine Exkursionen über andere Themen ein, wie etwa über das Fliegenfischen oder die Kunst der Holzbearbeitung, sowie Zwiegespräche zwischen Philosophen und historischen Personen.
So ist Ausradiert ein kluger und ironischer Roman und die darin eingeschlossene Geschichte Fuck eine herrliche Parodie über Klischees und Vorurteile, gegen die noch immer schwer anzukommen ist. Das englische Original Erasure erschien übrigens schon 2001 schön, dass es nun auch eine deutsche Übersetzung gibt.