Geschafft... Ich das Buch und die beiden Hauptpersonen Martina und Gustav ihre Beziehung.Ich war sehr neugierig auf die Wiederveröffentlichung von Gun-Britt Sundströms erstmals 1976 in Schweden erschienenen 640-Seiten Romans "Die beste aller Beziehungen". Und jetzt bin ich nur noch froh darum, mich mit dieser siebenjährigen 'on-off-Beziehung' nicht weiter beschäftigen zu müssen. Wahrscheinlich muss man die Geschichte auf dem Hintergrund ihrer Zeit lesen - eine Zeit im Spannungsfeld zwischen Aufbruch und Konvention, eine Zeit möglicher anderer Beziehungsmodelle, eine Zeit in der Paare erstmals über sich als Paar sprechen, ihre Beziehung analysieren, zusammensein wollen, ohne die Eigenständigkeit zu verlieren. Und gegen Ende formuliert Martina nach der endgültigen Trennung von Gustav: "Ich bin übers Leben verbittert, dass uns füreinander geschaffen hat, es aber so ungeschickt angestellt hat, dass wir nicht zusammengepasst haben." Da hat wohl jemand nicht die Verantwortung für sein Leben übernommen...oder? Wer über sieben Jahre hinweg nur über die Liebe redet und die Beziehung analysiert, der hat vielleicht Angst vor Verbindung und Begegnung, fürchtet, sich im anderen zu verlieren und bleibt auf Distanz. Ich habe nie die Erwartung, dass die Protagonist:innen in einem Roman mir irgendwie sympathisch sein müssen, ich brauche auch keine Identifikationsfiguren... aber Martina und Gustav haben etwas in mir ausgelöst, was es mir schwer gemacht hat, einfach nur der distanzierte Leser zu sein - ich war regelrecht ärgerlich über das Paar und wie sie es nicht geschafft haben, wahrhaft zueinander zu finden, immer wieder irgendeine Abwägung im Wege stand. Und so ganz nebenher ist die Geschichte auch ein Dokument männlicher Unart und weiblichen sich über den Mann definierens. Ich glaube, dass das Buch heute als Erstveröffentlichung keine Chance auf eine größere Leserschaft hätte.