Es gibt Bücher, da würde man sich wünschen, dass sie überhaupt nicht existieren würden, so wie dieses Buch. Das liegt aber nicht an dem Buch an sich, sondern an dem Thema, dem sich das Buch widmet: Demenz. Ich würde mir wünschen, dass niemand ein Kinderbuch über Demenz braucht, weil niemand seinen Kindern erklären muss, warum sich die Großeltern plötzlich seltsam verhalten. Leider kommen aber immer wieder Eltern in diese Situation und daher bin ich froh, dass es dieses Buch gibt.
Paul und Anna Maar erzählen hier auf kindgerechte und sehr sensible Art und Weise die Geschichte von Opa Bär, welcher unter der "blöden Menz" leidet, und seinem Enkel Benny. Auf medizinische Fachbegriffe wird hier bewusst verzichtet, was ich bei einem empfohlenen Lesealter von ab 5 Jahren auch durchaus gutheißen kann.
Das Buch konzentriert sich vor allem auf gängige Symptome der Demenz, wie zum Beispiel das Verlegen von Dingen und das Verwechseln von Wörtern. In Ansätzen werden auch Dinge wie Aggressionen und Vergessen angesprochen. Eventuell hätte man gerade letzteres noch ein wenig stärker in die Geschichte einbinden können. Allerdings befürchte ich, dass das Buch dadurch vor allem für sensible Kinder zu emotional belastend werden hätte, können. Andererseits entspricht es aber der Realität.
Demenz ist eine sehr komplexe Krankheit mit verschiedenen Stufen und Ausprägungsformen. Alle Facetten der Krankheit werden in diesem Buch natürlich nicht dargestellt. Dennoch finde ich, dass das Buch die wichtigsten Punkte erläutert und den Kindern vermittelt, was es heißt, dement zu sein.
Die Illustrationen von Hannes Maar runden das ganze Buch ab. Sie passen perfekt zu der sehr feinfühligen Art der Erzählung und unterstreichen den gefühlvollen Charakter des Buches. Besonders gut haben dem kleinen Leser und mir die Mischung aus groß- und kleinformatigen Zeichnungen gefallen. Auf grelle und schreiende Farben wurde in diesem Buch verzichtet, trotzdem sind die Illustrationen bunt und detailreich.
Wie nicht anders zu erwarten bei deinem Buch über Demenz ist der Grundton des Buches ein wenig melancholisch und traurig. Paul und Anna Maar haben es aber dennoch geschafft ein paar sehr lustige Szenen einzubauen, so dass man zwischendurch auch mal, was zum Lachen hat. Auch wenn einem als Erwachsener das Lachen manchmal fast im Hals stecken bleibt.
Meiner Meinung nach ist dieses Buch wirklich eine gute Möglichkeit und Hilfestellung, um Kindern von betroffenen Familien das Thema Demenz näher zu bringen. Daher möchte ich für dieses Buch auf jeden Fall eine Empfehlung aussprechen.