Inhalt:
Annie Blunt hat gleich mehrere Schicksalsschläge zu verarbeiten. Hinter ihr liegt das schlimmste Jahr ihres Lebens, sie ist am Ende ihrer Kräfte und am liebsten würde sie ihre Karriere als Schriftstellerin komplett beenden.
Um auf andere Gedanken zu kommen, organisiert ihr Verleger einen Tapetenwechsel: Annie zieht für ein paar Monate mit ihrem kleinen Sohn Charlie weg aus New York ins idyllische Nest Castle Creek.
Doch irgendetwas stimmt nicht mit diesem Ort. Mysteriöse Ereignisse und Unfälle geschehen.
Zunächst glaubt Annie an Zufälle, doch dann verhält sich auch ihr Sohn Charlie seltsam und gerät in Gefahr ...
Mein Eindruck:
Bereits der Prolog zeigt, wohin die Reise geht: düster und mysteriös, Familiendrama und tragische Unfälle.
Annies Vorgeschichte wird ausführlich geschildert und man fühlt sogleich mit der Witwe mit. Nachvollziehbar, dass auf diese Schicksalsschlägen eine Schreibblockade folgt.
Dass allerdings der Ortswechsel unter keinem guten Stern zu stehen scheint, ist nach wenigen Seiten klar.
Das Cover mit blutroten Akzenten ist keine Übertreibung. Etwas grauenvolles lauert im idyllischen Feriendomizil.
Abwechselnd werden die sonderbaren Ereignisse in dem Ferienhaus von Annie und Charlie mit ähnlichen mysteriösen Umständen im benachbarten Lucknow erzählt.
Dort versucht der Polizeichef Harry Cook Licht ins Dunkel zu bringen. Innerhalb kürzester Zeit werden Personen vermisst und es ereignen sich tragische Unfälle, brutale Morde (grausam verstümmelte Leichen) sowie tragische Selbstmorde.
Mehrfach wird man das Gefühl nicht los, dass gleich etwas Schreckliches passieren wird, manchmal ahnt man bereits, was es sein wird, und trotzdem treffen einen all die schockierenden Ereignisse mit einer gewaltigen Wucht. Eine Lektüre, die nichts für schwache Nerven ist.
Die Fäden scheinen alle bei dem Modelleisenbahnladen "Choo-Choo's Trains" und dessen geheimnisvollen Inhaber Edwin Nabler - genannt Mr Choo - zusammenzulaufen.
Das Grauen ausgerechnet in so etwas Unschuldiges und Drolliges wie eine Spielzeugeisenbahn zu legen, ist geschickt gewählt.
Auch ist die durchgehende beklemmende Atmosphäre sehr gut ausgearbeitet.
Ohne zu viel zu verraten:
Es wird mysteriös, brutal, übersinnlich ...
Die Auslobung "Pageturner" kann ich ohne weiteres unterschreiben.
Wer die Storys von Stephen King liebt, wird auch mit "Komm spielen" voll auf seine Kosten kommen.
Fun Fact:
Die Protagonistin Annie liest "In einer kleinen Stadt". Der Horror-Roman von Stephen King thematisiert die scheinbare Idylle der fiktiven Kleinstadt Castle Rock.
Stephen King hat den ersten Entwurf zu "Komm spielen" gelesen, als "grandios" betitelt und den Autor Linwood Barclay weiter ermutigt.
Fazit:
Eine fesselnde Erzählung, die über das Spannungselement eines Thrillers hinausgeht.
Eine Leseempfehlung für alle, die das mysteriöse Grauen und faszinierende Horrorgeschichten lieben.
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Rezensiertes Buch: "Komm spielen" aus dem Jahr 2026