Die Graphiic Novel Heartbreak Hotel beginnt still und wirkt lange nach. Sie erzählt von vier Jugendlichen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch eines gemeinsam haben: einen Verlust, der alles überschattet. Das titelgebende Hotel wirkt dabei wie ein Zwischenraum - fernab der Realität, aber genau nah genug an den Gefühlen, um das Wesentliche sichtbar zu machen.
Die Geschichten von Maya, Martin, Fiona und Finn sind schmerzhaft ehrlich. Verlust durch Tod, Zurückweisung, Verrat und Schuld werden nicht dramatisiert, sondern mit großer Sensibilität erzählt. Gerade diese Zurückhaltung macht die Erzählung so eindringlich. Es geht nicht darum, schnelle Lösungen zu liefern, sondern darum, Schmerz anzunehmen, ihn auszuhalten und ihm Raum zu geben. Die Charaktere wirken greifbar, verletzlich und in ihrem Leid sehr menschlich, selbst dann, wenn die eigenen Erfahrungen ganz andere waren. Sehr schön funktioniert auch das Zusammenspiel von Text und Illustration. Die Zeichnungen sind schlicht, aber ausdrucksstark. Die Farbpalette unterstützt dazu Stimmungen und Emotionen auf subtile Weise. Rückblenden und Gegenwart lassen sich visuell klar unterscheiden, was der Geschichte Struktur und Tiefe verleiht. Bilder sagen hier oft mehr als Worte und genau das ist eine der großen Stärken dieses Buches.
Heartbreak Hotel richtet sich zwar klar an ein jüngeres Publikum, verliert dabei aber nie an Bedeutung auch für erwachsene Leser. Die Themen sind universell und die Botschaft tröstlich: Schmerz gehört zum Leben, aber niemand muss ihn allein tragen. Ein leises, warmes Buch, das nicht heilt, indem es verspricht, alles werde gut, sondern indem es zeigt, dass Weitergehen möglich ist.