"2120 A.D. Neuland" ist der erste Band einer sehr umfangreichen Serie. Das reizte mich, denn wenn mir eine Geschichte gefällt, ist es immer schade, wenn sie schnell zu Ende ist. Also mal eine Mammut-Serie ausprobieren.
Sci-Fi? Dystopie? Helden-Epos? Liebesgeschichte? "Neuland" lässt sich nicht wirklich in eine bestimmte Schublade pressen. Da die Handlung fast ausschließlich im All spielt, passt das Genre "Weltraumabenteuer" wohl am besten. Ob das auch für die Folgebände gilt, kann ich noch nicht sagen.
Große Literatur dieses Genres wie etwa "Solaris" von Stanislaw Lem ist "Neuland" nicht - wer das erwartet, wird zwangsläufig enttäuscht sein. In einfacher Sprache verfasst - mit dem einen oder anderen Fehler in Syntax und Interpunktion ;-) - unterhält die Story aber durchaus. Vorausgesetzt, man lässt sich darauf ein, dass selbst schwer beschädigte Raumschiffe in der gefühlten Zeit eines Wimpernschlags wieder voll einsatzfähig sind; dass die Crew in Nullkommanix Programme schreiben kann; dass die Bord-Ärzte Wunder vollbringen und natürlich alle Militärs an Bord exzellente Schützen sind, die mit nur wenigen eigenen Verlusten die bösen insektioden Aliens vernichten können.
Das liest sich jetzt ein wenig ironisch - und ist auch so gemeint. Aber diese Form von überschäumender Fantasie teilt "Neuland" mit anderen Werken der Weltraumabenteuer. Man muss das mögen - und ich mag es. "Neuland" ist kein Buch, dass man nicht mehr aus der Hand legen mag, weil es so spannend ist - nein, es ist eher ein Buch, bei dem man entspannen kann. Und genau das gefällt mir besonders gut, da ich nur wenig Zeit zum Lesen habe und Pageturner für mich daher eher ungeeignet sind.
Hält die komplette riesige Serie das Niveau des ersten Bandes? Wird sie vielleicht sogar besser? Oder hat der Autor sein gesamtes Pulver schon im ersten Band verschossen? Ich werde es sehen, denn gerade habe ich mir Band 2 bestellt.