Auf zwei Zeitebenen, 1989 und 1994, begleiten wir Polizistin Gunni in Schweden. In beiden Jahren werden kleine Jungen ermordet aufgefunden, doch sie ist die Einzige, die einen Zusammenhang sieht.
Währenddessen können wir auch Gunnis persönliche Entwicklung verfolgen und ihre Familie besser kennenlernen.
Das Buch liest sich wirklich gut, selbst wenn man eher wenig Ahnung von Schweden hat. Kurze Kapitel mit wechselnden Charakteren sorgen für einen tollen Lesefluss, besonders weil sie gerne mit kleinen Cliffhangern und Überraschungen enden.
Auch die Beschreibungen der schwedischen Dörfer und Landschaften fand ich gelungen, ebenso wie die ganze Atmosphäre und die Stimmung der damaligen Zeit.
Eine große Stärke der Geschichte ist, dass man von Anfang an gut miträtseln kann: Es werden zahlreiche mögliche Täter angeboten, in jedem Kapitel gibt es neue Hinweise, der eigene Verdacht ändert sich ständig.
Im Mittelteil fühlte sich dies jedoch kurzzeitig auch mal ein wenig nach "im Kreis drehen" an, wodurch das Tempo etwas gelitten hat.
Im Großen und Ganzen wurde die Spannung jedoch schön aufrecht erhalten.
Gunni als Ermittlerin mochte ich auch sehr, sie ist eine starke Frau mit Biss, die ihren Weg noch finden muss, dabei aber schon tolle Fortschritte macht. Generell haben sich die Kapitel über ihr Privatleben passend in die Handlung eingefügt und neugierig auf eine Fortsetzung gemacht.
Einen neuen Fall würde ich sofort wieder lesen, trotz der kleinen Schwächen hat mich dieses Buch super unterhalten, auch wenn einige Szenen echt traurig geschrieben waren.