Die bekannte Takumi Pâtisserie hat in Paris zwei Filialen: in der Rue de Pyramides und in der Rue Dauphine. Wer an deren Schaufenster vorbei geschlendert oder aber hineinspaziert ist, wird sich beim Anblick der in diesem Buch vorgestellten Gebäcke, genau wie ich, zweifelsohne daran erinnern. Mir war der Name der Pâtisserie nicht im Gedächnis geblieben, wohl aber die Macarons samt Prägung.
In diesem Buch vermittelt also TAKUMI, dass moderne Coffeeshops in Japan sehr gefragt sind, dass es sich um eine Fusion handelt aus japanischem Gebäck und Kaffee. In der Takumi Pâtisserie werden also Gebäcke hergestellt, die in Japan, und sonst auch, zum Kaffee passen, japanisch inspiriert und kreiert wurden; es handelt sich eher nicht um japanische O-Rezepte, vielmehr wurden japanische Zutaten, Gewürze und Geschmacksrichtungen genutzt um diese Fusion zu erleben und genießen zu können. Nach einer Einführung in eben diese Geschmacksvielfalt werden die Rezepte vorgestellt, eingeteilt in die Kapitel:
Brot, Brioche & Kleingebäck
Grundrezepte der Konditorkunst
Kuchen & Torten
Feingebäck
Plätzchen, Konfekt, Kleine Kuchen & andere Köstlichkeiten
Getränke
Das Buch ist schön gestaltet; für meinen Geschmack könnten jedoch mehr Fotos enthalten sein ich schätze das eigentlich als Ergänzung zu jedem Rezept sehr. Auch war mir, bevor ich das Buch in den Händen hielt, nicht bewusst, dass es sich überhaupt nicht um japanische Rezepte handelt, für mich, nach dem Betrachten und Lesen des Buches genaugenommen auch nicht um japanisches Backen. Ich hatte eher Originalrezpte erwartet, wenngleich ich aber sehrwohl ansprechende Rezepte gefunden habe. Dennoch spricht es mich überhaupt nicht an, dass im ersten Drittel des Buches Grundrezepte wie Sandwich, auch belegt, die Herstellung von Crriossants, Brandteig, süßer sowie salziger Mürbeteig, Biskuit, Crêpes, Pancakes, Baise, Konditorcreme ausführlich beschrieben wird. Für mich macht es kein japanisches Backen aus, wenn unter den vielen verschiedenen Maccarons, Bisquitrollen oder Galette/Crêpe-Kuchen-Tortenvarianten auch eines mit Matcha als Zutat enthalten ist. Genaugenommen zieht sich dieses durch das ganze Buch, mal etwas mit Yuzu, mal mit schwarzem Sesam, Marzipan-, Himbeer- oder Schokocreme abgewandelt oder ein klassisches Rezept, in dem Matcha oder Yuzu eingesetzt wird, wie beispielsweise der Marmorkuchen mit Matcha.
Die Rezepte an sich finde ich schon ansprechend, besonders die der vielen kleinen Törtchen, beispielsweise Cheese Tarts mit Yuzuglasur, oder Cheeset Tarts mit Saint-Honoré oder die verschiedenen eingefärbten und gefüllten Windbeutel (echt was fürs Auge!). Die gefüllten Doroyaki sehen fast aus wie Maccarons, nur, dass sie kleine Pancakes als Deckel haben, wieder mit den immer wiederkehrenden und dadurch langsam etwas monoton wirkenden Füllungen. Zum Ende des Buches erfreuen mich dann wieder einzelne und nicht in bunter Serie gearbeitete Leckereien wie Matcha-Tiramisu, Schokoladenstäbchen mit Farbverlauf (mit Matcha), Matcha Latte heiß oder kalt, Yuzu-Limonade. Bei fast allen Rezepten handelt es sich um Kunstwerke eines Pattissiers, die echtes Können voraussetzen und diese Schönheit durchaus benötigen um vom ersten Augenblick an zu beeindrucken. Auf dem Cover sieht man auf dem unteren Foto den Creme-Windbeutel Saint-Honoré, der nach der Kühlung mit Craquelins ummantelt nochmals gebacken, mit Konditorencreme gefüllt, mit einem karamellisierten, mit einer besonderen Vanillecreme gefüllten, Mini-Windbeutel als Topping dekoriert wurde. Das sieht umwerfend aus und schmeckt sicherlich auch phantastisch; den Feiertag, für den ich mir derart viel Arbeit machen würde, muss ich erst noch ausmachen. Es sind aber auch alltagstauglichere Rezepte enthalten, die sicherlich auch begeistern.