Das Cover von Dieser Sommer gehört mir ist wunderschön und es strotz nur so vor Sommerfreude. Die Farben passen ausgesprochen gut zusammen und erschaffen eine herrliche Sommerabendstimmung am See, was hervorragend zur Geschichte passt.
Diese erzählt von der 43-jährigen Charlotte, die sich ihr Leben in diesem Alter irgendwie anders vorgestellt hatte Sie befindet sich in der letzten Phase der Scheidung, beide Töchter sind im Ausland, ihr Laden bereitet ihr keine Freude mehr und dann wenden sich auch noch zunehmend Freunde von ihr ab. Charlotte fühlt sich verloren und alleine wagt dann aber einen Neuanfang und zieht in eine WG in ein Tiny House direkt am See. Zudem übernimmt sie eine Bar, doch was will sie eigentlich wirklich?
Claudia Schaumann erzählt ihre Geschichte in locker-leichter Sprache, die sich angenehm lesen lässt und die wunderbar zur Geschichte und zum Sommer passt. Doch die Handlung kommt gar nicht so rosa-rot daher, wie es vielleicht auf den ersten Blick anmuten mag, denn Charlotte hadert und zweifelt, trauert und sucht wirklich. Wir dürfen sie als LeserInnen dabei begleiten und es hat mir große Freude gemacht ihre Entwicklung zu verfolgen. Doch Charlotte ist nicht die einzige Hauptfigur dieses Buches: es ist unterteilt in Kapitel aus ihrer Sicht und aus der Sicht ihrer sechzehnjährigen Tochter Leni. Diese befindet sich als Austauschschülerin in England und kämpft mit ihren ganz eigenen Erfahrungen, Träumen und Problemen, was der Geschichte eine zweite Ebene schenkt und mir sehr gut gefällt. Zumal die Beziehung der Töchter zu Charlotte im ganzen Handlungsstrang eine wesentliche Rolle spielt.
Für mich gab es ein paar Details der Geschichte, die sich nicht richtig rund anfühlten oder die für mich doch recht weit von einer realistischen Sichtweise entfernt waren, aber mir hat die Geschichte trotzdem sehr gefallen und mich gut unterhalten. Ein wenig irritiert hat mich manchmal der Umgang mit dem Alter der ProtagonistInnen, denn für mich fühlte es sich von der Eigenwahrnehmung der Charaktere her manchmal so an, als wäre Charlotte nicht 43, sondern eher 73 und ihr handeln entsprach dagegen eher oft dem eines Teenagers. Für mich persönlich hat das eigene Verhalten wenig mit dem Alter zu tun, ganz frei nach dem Motto man ist so alt, wie man sich fühlt, aber in der Geschichte war dieser Punkt für mich eben nicht immer ganz stimmig.
Der Autorin ist es aber gut gelungen, dass ich mit den ProtagonistInnen fühlen, mitleiden und mich mitfreuen konnte. Es ist viel los auf den rund 480 Seiten und es wird nie langweilig, zumal auch die Nebencharaktere der Geschichte individuelle Eigenschaften mitbringen, die das Geschehen bunt und lebendig machen. Außerdem konnte ich mir die Settings besonders die Orte am See sehr gut vorstellen anhand der schönen Beschreibungen.
Dieser Sommer gehört mir ist eine wunderbare Geschichte, die zeigt, dass ein Neuanfang, ein Erfüllen von Träumen in jedem Alter möglich ist, dass nie alles so bleibt, wie es ist, dass es aber eine gute Chance gibt, dass es trotzdem gut, oder vielleicht sogar noch besser werden kann, als zuvor. Ein tolles Buch für Summerfeeling, Seeträume und eine gute Lesezeit viel Freude beim Lesen!