Dieser historische Roman entführt uns in das Wien von 1908. Man feiert das 60. Thronjubiläum von Kaiser Franz Joseph. Doch nicht allen ist zum Feiern zu Mute. Armut und Unzufriedenheit lässt vor allem auf dem Balkan zahlreiche Verschwörer auf eine günstige Gelegenheit warten, den greisen Kaiser zu töten. Während die Hauptstadt im Lichterglanz erstrahlt, planen Serbische Nationalisten unter der Führung des berüchtigten Dragutin Dimitrijevic ein Attentat. In den dunklen und stinkenden Kanälen wird eine große Menge Sprengstoff versteckt.
Nachdem das Todesdatum des Kaisers mitten im Ersten Weltkrieg, im Jahr 1916 hinlänglich bekannt ist, gelingt der Plan nicht, was der (fiktiven) Journalistin Emilia Freifrau von Ferteci zu verdanken ist. Sie bekommt Wind von der Verschwörung und beschließt, das Komplott aufzudecken, ohne an ihre eigene Sicherheit zu denken ...
Wie das gelingt, müsst ihr schon selbst lesen.
Meine Meinung:
Das Geld, das für die Feierlichkeiten, die dem Kaiser ohnehin zuwider sind, ausgegeben wird, wäre für soziale Zwecke sicher besser angelegt gewesen. Aber, Spektakel muss - damals wie heute - in einer Monarchie sein, um den Untertanen Sand in die Augen zu streuen und von den Missständen abzulenken.
Hofschranzen, Polizei sowie Geheimagenten machen Jagd auf mögliche Unruhestifter, weshalb auch immer wieder Sozialisten und Personen aus den Kronländern in deren Visier landen. Die Illumination für den Kaiser gelingt, wenn auch die Erleuchtung, im wahrsten Sinn des Wortes, nur sehr kurzlebig sein wird.
Der historische Roman enthält durchaus sozialkritische Töne und lässt das Zerbröckeln der Habsburger-Herrschaft vorausahnen. Wir dürfen in das Wien des Fin de Siècle eintauchen, das bald nicht mehr existieren und Millionen Menschen in bitterer Armut zurück lassen wird.
Die Charakter haben so ihre Ecken und Kanten. Natürlich spielt die scharfsinnige Journalistin Emilia Freifrau von Ferteci, die sich allen Konventionen dieser Zeit widersetzt, eine große Rolle.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem historischen Roman, der mit penibler Recherche und eine ungewöhnlichen Frau aufhorchen lässt, 5 Sterne.