Magic Drowned in Blood von Christina Rain
Wo Licht ist, ist auch Schatten und ohne die Schatten gibt es kein Licht. Doch allzu oft glauben wir, dass das Licht Sicherheit bringt, Wärme und Glück, wohingegen die Schatten all das Gute verschlingen, wie ein unaufhaltsamer Orkan, der jeden noch so kleinen Partikel mit sich reißt.
In ebenjene Schatten gewährt uns Christina Rain einen Blick und fegt unaufhaltsam wie der Orkan durch jede noch so kleine Zelle, reißt alles an sich, Empfindungen, Emotionen, Nerven, Gefühle, nur, um sie am Ende, dem Urknall gleichkommend, zu entfesseln, wobei die schiere Kraft dahinter schlicht und ergreifend allumfassend erscheint.
Magic Drowned in Blood schickt uns gemeinsam mit Lark in ein mysteriöses Spiel zwischen Licht und Schatten, doch schnell erkannte ich, dass das Licht nur einen glanzvollen Schein wob, wohingegen die Schatten eine unerträgliche Faszination und Besessenheit ausübten, der zu Erliegen mir nicht schwer fiel.
So war es auch kein Wunder, dass, selbst von Dunkelheit durchtränkt, Prinz Tarabas mich anzog wie das Licht die Motten. In seinem Charakter liegt ein Schmerz und Leid, den wohl nur Gleichgesinnte erkennen, doch ist auch Prinz Loras kein bloßer Spiegel strahlenden Lichts, was die beiden Protagonisten zweifelsohne zu einer gefährlichen, explosiven Mischung macht.
Neben ihnen zeichnet sich eine Handlung ab, die von einer seltsamen Ruhe bestimmt zu sein scheint, doch ist diese Ruhe trügerisch, denn hinter jeder Ecke lauern tödliche Offenbarungen, unheilverklingende Ereignisse und ein unaufhaltsamer Strom an Emotionen, den zu kontrollieren unmöglich gemacht wurde, dank Charakteren, die sich kaum aufhalten ließen.
Und am Ende zeigt Magic Drowned in Blood auf imposante und atmosphärisch-dichte Art und Weise, warum der blendende Schein des Lichts niemals die Finsternis der Schatten einzunehmen vermag, denn in der Dunkelheit liegt Wahrheit, Stille und eine Welt, die die Faszination und den Glanz tausender Diamanten in sich trägt.