Sommer 1986 im nordhessischen Zonenrandgebiet. Die Luft flirrt vor Hitze, der Wald stirbt leise. Die Region ist ein verwunschenes Idyll, in dem Dörfer Märchennamen tragen und die Grenze zur DDR das Ende der Welt markiert. Hier leben Martin Ritter, Bibliothekar mit einem Faible fürs Fotografieren, und seine Freundin Christine Lehmann, eine scharfsichtige Journalistin. Sie sind Suchende, die sich in einer schrecklichen Nacht, in der ein kleines Mädchen verschwand, kennen- und lieben lernten.
Jetzt bringt die Sonne, die seit Wochen auf die Wälder niederbrennt, in einem See einen luxuriösen Wagen ans Licht. Wer hat ihn versenkt? Was ist mit dem Fahrer geschehen? Martin und Christine suchen Antworten - und stoßen auf dunkle Zeichen von Liebe und Mord.
Der Schreibstil ist sehr locker und für mich stimmig zur damaligen Zeit und dem Genre Krimi, nicht langatmig, was mir sehr gut gefallen hat. Die beiden Hauptdarsteller Martin und Christine kommen sich während der Story immer näher und vertrauen sich mehr und mehr. Ohne zu viel zu spoilern, ich würde nicht unbedingt in ein Haus einziehen, wo vorher jemand gestorben ist, vor allem nach dieser Art und Weise.
Ich konnte mich sehr gut in die Zeit vom Sommer 1986 hineinversetzen, der Song Tainted Love, welcher hier als Titel des Buches verwendet wurde, passt für die Zeit, wie die Faust aufs Auge. Weiter wurden Räume beschrieben, wo ich mich in Erinnerungen wieder gefunden hatte. Wer hat nicht zu damaliger Zeit in einer Telefonzelle gestanden und Münzen eingeworfen, um mit jemanden zu telefonieren?
Von Beginn an konnte ich sehr flüssig von Kapitel zu Kapitel lesen und war sehr überrascht, wie schnell ich mit dem Buch durch war. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und haben mich dann leider etwas enttäuscht, wie es dann doch sehr schnell zum wahren Täter gekommen ist. Hier hätte ich mir noch mehr Spannung gewünscht. Dafür fand ich das Miteinander von Martin und Christine etwas langatmig, ist dem geschuldet, da es hier ein neuer Auftakt einer Krimi-Serie ist.
Für Fans von Krimis und solche, die sich gerne an die damalige Zeit zurück erinnern wollen, kann ich diesen Auftakt empfehlen. Es bleibt spannend, wie es mit den beiden Hauptdarstellern Martin und Christine weiter geht und welchen Fall sie noch zusammen ermitteln werden. Und abschließende Frage, die übrig bleibt, was ist mit dem Vater von Martin wirklich passiert?