Annie hat leider Pech. Sie wurde gerade entlassen. Durch Beziehungen erhält sie die Möglichkeit die Abteilung zu wechseln. Doch vom Programmieren hat sie leider keine Ahnung. Trotzdem will sie sich bei ihrem nerdigen Chef beweisen. Mit einer klugen Taktik bekommt sie ihn dazu, sie einzustellen. Leider mischt sie sich dabei auch in Dinge, aus denen sie sich heraushalten sollte und der zunächst nervige Vorgesetzte ist doch eigentlich ganz süß. Und dann ist da noch der Streit mit ihrer Schwester, die unbedingt den völlig falschen Mann heiraten will. Da muss Annie doch eingreifen, oder?
Von der Beschreibung und dem Cover her hatte ich auf eine Romanze am Arbeitsplatz spekuliert, bekam aber so viel mehr als das. Ich fand schon zu Beginn die Einblicke in die moderne amerikanische Arbeitswelt interessant, wo Menschen leider wenig zählen und man einfach so gefeuert wird. Genauso ergeht es Annie. Doch die Protagonistin ist in allem, was sie tut, sehr hartnäckig und unnachgiebig, möchte auch im Job anliefern und ihrem neuen Vorgesetzten zeigen, dass sie es drauf hat. Das gefiel mir sehr gut. Zudem mochte ich die Erzählweise, vor allem, wenn es um ihre Gedanken ging. Diese wurden irgendwie erfrischend präsentiert, genauso wie der gelegentliche Schlagabtausch mit ihrem Abteilungsleiter, sogar wenn die beiden sich im Messaging Programm der Firma hin- und herschrieben. Die aufkommenden Gefühle konnte ich super nachvollziehen. Chef Connor entpuppt sich ganz anders, als Annie ihn eingeschätzt hatte. Klug ja, aber trotzdem eine Seele von Mensch.
Ein weiterer Handlungsstrang, der sich nach und nach mit dem anderen vermischt, ist Annies Streit mit ihrer Schwester. Seit zwei Jahren haben die beiden nicht mehr miteinander geredet, weil Annie sie vor einer Dummheit bewahren wollte und dabei vielleicht über das Ziel hinausgeschossen ist. Doch nun steht eine Hochzeit an und Annie kann den Bräutigam nicht leiden. Da muss sie natürlich aktiv werden, was ich als Leserin absolut verständlich fand. Der zukünftige Ehemann ist wirklich ein rotes Tuch und man fiebert schon mit, ob das am Ende wirklich alles glatt geht. Weitere gut gezeichnete Nebencharaktere bringen noch mehr Tiefe in die Geschichte. Ich mochte vor allem die coolen Arbeitskollegen in Annies neuer Abteilung, allesamt nette Typen, die so ein bisschen Vermittler zwischen Annie und Connor spielen. Aber auch die Familie und die Mitbewohnerin sind sehr besonders. Auch die Schauplätze bringen Abwechslung, der gravierende Unterschied zwischen der Großstadt New York, wo Annie arbeitet und ihrer kanadischen Kleinstadtheimat, die ihr als Rückzugsort dient. Ich fühlte mich allzeit gut unterhalten und das Ende mochte ich sehr. Daher gibt es 5 Sterne.