Schon lange bin ich Fan von Anelie Andersson, der leitenden Ermittlerin aus Jokkmokk, hoch oben in Nordschweden. Dieses Mal muss sie einen vorgetäuschten, erweiterten Selbstmord an einem ehemaligen Kollegen untersuchen. Er, seine Frau und seine kleine Tochter wurden tot aufgefunden.
Während der Ermittlungen treten immer mehr Ungereimtheiten im beruflichen Werdegang des Ex-Polizisten zutage, und auch seine unerklärlich wohlhabenden Kollegen scheinen deutlich mehr zu wissen, als sie preisgeben. Zusätzlich sabotiert ein dubioser Staatsanwalt konsequent alle Versuche, Licht ins Dunkel zu bringen.
Auch privat gerät Anelies Leben aus den Fugen, als ihre große Liebe Daniel sich bei der Jagd lebensgefährlich verletzt und anschließend unter Gedächtnisverlust leidet. Daniel wird dabei als außergewöhnlich guter Mensch mit nahezu außergewöhnlichen Fähigkeiten beschrieben.
Ebenso wird die Liebe zwischen ihm und Anelie als etwas völlig Einzigartiges und Überhöhtes dargestellt. Für meinen Geschmack ist das zu viel Idealbild auf einmal. So viel moralische Makellosigkeit wirkt unrealistisch und nutzt sich schnell ab. Statt Tiefe entsteht hier eher Reibungsverlust, und die ständige Betonung dieser besonderen Liebe beginnt leider zu nerven.
In diesem Zusammenhang verliert sich die Autorin zudem zu sehr in mystischem, schamanischem Okkultismus. Diese Phase zieht sich leider deutlich zu lange hin und nimmt im Verhältnis zum eigentlichen Kriminalfall zu viel unnötigen Raum ein.
Das Joiken der Samen wird von der Sprecherin gut umgesetzt, sowohl der hypnotische Singsang als auch die Aussprache der komplexen samischen Sprache überzeugen. Insgesamt jedoch senkt ihre monotone Sprechweise das Spannungsniveau spürbar. Zwar liest sie klar und deutlich, doch die Emotionen bleiben weitgehend außen vor. Eigentlich hätte das noch einen zusätzlichen Punktabzug verdient.
Auch inhaltlich kann DUNKELLICHT für mich bedauerlicherweise nicht ganz an die Vorgängerbände heranreichen.