NICHT
Dror Mishani
ET: 22.04.26
Der 52-jährige Witwer Eli lernt bei einem Abendessen bei Freunden die Cellistin Lia kennen. Eigentlich hatte er geglaubt, dass sein Liebesleben mit dem Tod seiner Frau beendet sei. Doch Lia zeigt Interesse an ihm. Sie verabreden sich, sprechen über seine bereits erwachsenen Kinder, ihre Berufe, die große Liebe zu ihren Hunden und gemeinsame Interessen. Schnell merken beide, dass sie mehr voneinander erfahren möchten und sich eine Beziehung vorstellen können.
Eli hat Schmetterlinge im Bauch und blickt plötzlich wieder hoffnungsvoll in die Zukunft. Doch dann eröffnet ihm Lia, dass sie für einige Tage nach Wien reisen muss, um dort ein Konzert zu geben. Sie bittet ihn, während ihrer Abwesenheit auf ihren Hund in ihrer Wohnung aufzupassen ...
Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine große Lüge, die Eli nicht aufdecken möchte, weil er fürchtet, Lia zu verlieren. Dennoch ist dies kein Spannungsroman im klassischen Sinn. Stattdessen entwickelt Dror Mishani ein psychologisches Kammerspiel, das einen zunehmend verunsichert. Mit jeder Seite verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Vorstellung ein wenig mehr, bis man sich schließlich selbst fragt, was eigentlich wahr ist.
Diese kleine Lesepraline umfasst gerade einmal 186 Seiten. Für einen Nachmittag habe ich mich ganz auf die wunderschöne Sprache des israelischen Autors und seinen außergewöhnlichen Erzählstil eingelassen. Ein leiser und kluger Roman.
Gerne empfehle ich euch dieses Buch.
4,5/5