Der Tote vom Klünderhof wirkt mit seinem eher biederen Cover zunächst unscheinbar, entpuppt sich aber als durchaus gelungener Reihenauftakt.
Im Mittelpunkt stehen der frisch gestartete Tierarzt Konstantin und seine Tante Amalia ein sympathisches, wenn auch eigenwilliges Duo. Gleich bei seinem allerersten Einsatz gerät Konstantin jedoch unter Mordverdacht, was seiner jungen Praxis erheblich schadet. Für zusätzlichen Druck sorgt die neue Polizeileiterin Finja Fehrmann, die nach einem Karriereknick in Düsseldorf nach Marne strafversetzt wurde. Entsprechend ehrgeizig legt sie sich sofort auf Konstantin als Hauptverdächtigen fest.
Die Dynamik zwischen den beiden ist spannend angelegt: Zwei starke, durchaus attraktive Persönlichkeiten, die sich zunächst nicht ausstehen können wobei der Plot schon jetzt erahnen lässt, dass sich diese Beziehung in den Folgebänden noch entwickeln dürfte.
Der Kriminalfall selbst ist solides Handwerk, gut aufgebaut und mit einer stimmigen Auflösung versehen. Besonders gelungen ist die Darstellung der friesischen Lebensart, die stellenweise etwas störrisch, aber sehr authentisch wirkt.
Ein echtes Highlight ist zudem die Hörbuchversion: Die Vortragsweise von Oliver Dupont bringt Atmosphäre, Figuren und regionale Eigenheiten besonders eindrucksvoll zur Geltung.
Insgesamt ein unterhaltsamer Krimi mit kleinen Schwächen, aber viel Charme und Entwicklungspotenzial für die Reihe.