
Die zentrale Bedeutung, die Weimar für das deutsche Selbstbild hat, leitet sich nicht allein davon ab, was sich dort ereignet hat, sei es um 1800 eine literarische Klassik`, die den Deutschen endlich Anschluss an die in Weimar zugleich ausgerufene Weltliteratur verschaffte, sei es 1919 die Verabschiedung der ersten republikanischen Verfassung oder ab 1937 das KZ Buchenwald, um nur einen Teil des widersprüchlich vielgestaltigen Erbes der Stadt zu nennen. Ein Gedächtnisort ist weit mehr als ein Schauplatz, denn er umfasst ebenso die Vorstellungen, die sich eine Gesellschaft von ihrer Geschichte macht. Wie diese Vorstellungen ausfallen, richtet sich aber nach den jeweils gegenwärtigen Ansichten und Interessen. Denn die Erinnerung an Gewesenes soll dazu dienen, Maßstäbe für das Handeln zu gewinnen, das die eigene Zukunft gestaltet.
Der Band zeigt auf, wie Weimar als Gedächtnisort funktioniert, vor allem in der Gegenwart, aber auch historisch. Ist der Gedächtnisort Weimar das Produkt gezielter Gedächtnispolitiken`? Welche Akteure mit welchen Leitgedanken waren und sind daran beteiligt? Für welches Publikum? Welche Schichten des Gedächtnisortes Weimar wurden und werden jeweils herausgestellt und aktuell` gemacht? Welche nicht?
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