Im Mittelpunkt dieses dritten Bandes der Reihe steht eine Frau, die einen schweren Fehler begangen hat und nun mit den Folgen leben muss. Claires Rückkehr an die Küste nach dem Tod ihrer Großtante ist von Unsicherheit geprägt. Sie wird Teilhaberin an einem Gästehaus und hofft auf Versöhnung mit ihrer Familie. Doch die alten Wunden sind nicht verheilt, und Vertrauen muss, wenn es überhaupt möglich ist, erst nach und nach wieder entstehen. Besonders spürbar ist der Abstand zur Mutter, die an festen Regeln festhält und kaum Raum für Nachsicht lässt.
Die Arbeit im Gästehaus gibt Claire Halt. Sie zeigt, wie viel Geduld und Ausdauer nötig sind, um sich Schritt für Schritt ein neues Leben aufzubauen. Dabei entsteht langsam eine Nähe zu dem Eigentümer des Hauses und zu seiner kleinen Tochter Mira. Vor allem das Kind sorgt für stille, freundliche Momente, die beim Lesen sachte berühren.
Auch die Schwestern spielen eine wichtige Rolle. Ihre Sorge und ihre Suche machen deutlich, dass familiäre Bindungen nicht einfach verschwinden. Diese Szenen wirken natürlich und ehrlich und fügen sich stimmig in den ruhigen Erzählton ein.
Der Glaube ist Teil der Geschichte, bleibt aber dezent im Hintergrund. Er zeigt sich eher in Gedanken und Handlungen als in Worten und passt gut zu den Themen Vergebung und Neuanfang. Die Sprache ist einfach und klar. Die Beschreibungen der Küste und des Alltags schaffen eine ruhige Grundstimmung.
Die Handlung verläuft insgesamt ruhig und gleichmäßig. Große Überraschungen gibt es kaum, manches ist vorhersehbar. Trotzdem trägt die Entwicklung der Figuren sicher durch das Buch. Am Ende bleibt der Eindruck einer ruhigen Geschichte über Verantwortung, Geduld und die Hoffnung, dass Versöhnung möglich ist, auch wenn sie Zeit braucht.
4 Sterne und eine Leseempfehlung.