Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar von Netgalley erhalten.
Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive des Assistenten Dinios Kol erzählt.
Der Schreibstil ist präzise und detailreich, stellenweise auch sehr humorvoll. Viele Szenen werden sehr genau beschrieben, besonders wenn es um Spuren, Hinweise oder die Fälle geht. Dies sorgt dafür, dass es manchmal etwas trocken wirkt.
Im Buch trifft Sherlock Holmes auf Fantasy, besser gesagt High Fantasy. Die Welt wirkt originell und teilweise lebendig, vor allem durch ihren biologischen Touch. Dennoch aber auch kreativ und sehr komplex, wodurch man vieles erst im Laufe der Story richtig versteht.
Dinios Kol ist der Assistent der Ermittlerin Ana Dolabra. Er ist pflichtbewusst, aufmerksam und besitzt die besondere Fähigkeit, sich Details außergewöhnlich gut einzuprägen. Durch seine nüchterne und manchmal unsichere Art wirkt er bodenständig und sehr jung.
Ana Dolabra ist die leitende Ermittlerin. Sie ist exzentrisch, hochintelligent und oft schwer einzuschätzen. Sie denkt unkonventionell und ist ihren Mitmenschen meist mehrere Schritte voraus, was sie faszinierend, aber vor allem eigenwillig wirken lässt.
Das Ermittlerduo muss einen mysteriösen Mordfall aufklären und währenddessen kommen weitere dazu. Die Dynamik zwischen den Protagonisten sorgt für Spannung und auch für den ein oder anderen Lacher. Dennoch konnte ich keine richtige Verbindung zu den beiden aufbauen und mir hat die Tiefe zum Mitfiebern gefehlt. Das Tempo des Plots war sehr ungleichmäßig. Mal war es super spannend und dann haben sich weitere Abschnitte wieder in die Länge gezogen angefühlt. Bis zum Ende hat man jedoch nur vermuten können, wer der wahre Bösewicht ist. Ein wenig durcheinander hat mich das Wechseln der Namen gemacht je nach Charakter wurden die einzelnen Protagonisten mit Vor- oder Nachnamen oder Titel genannt.
Mich persönlich hat das Buch jedoch leider nicht so überzeugt. Es war gut und spannend, aber Krimis sind nicht mein bevorzugtes Lesegenre. Nichtsdestotrotz ist es fesselnd und für jemanden, der Krimis und Fantasy mag wird das mit Sicherheit das richtige Buch sein.
Ein zentrales Thema ist Wissen und Wahrnehmung wie wird etwas wahrgenommen und interpretiert; Macht und Kontrolle wie können sich Einflüsse und Strukturen auswirken; Identität wie definiert man sich selbst und wie definieren einen andere.
Fazit: Sherlock Holmes auf Fantasy spannend und unterhaltsam.