Tempted von Ava Harrison ist der erste Band ihrer Temptation Reihe, in der er eine hier eine gebrochene Heldin auf ihren weißen Ritter trifft.
Bailey Jameson war befand sich dem Tod ihres geliebten Vaters in einer unaufhaltsamen und selbstzerstörerischen Abwärtsspirale. Erst der Unfalltod ihrer besten Freundin weckte Bailey auf und nun ist sie seit mittlerweile zwei Jahren clean. Die Trigger lauern jedoch an jeder Ecke und vor allem ihr neuer Job als Kellnerin im angesagten Club Silver von Drew Lawson wimmelt es vor Versuchungen. Ihr attraktiver Chef ist eine davon und Bailey kann nur schwer widerstehen. Genauso geht es aber auch Drew, dessen Helfersyndrom in Gegenwart der verletzlichen jungen Frau sofort anspringt.
Ich habe wirklich schon sehr gute Bücher von Ava Harrison gelesen und liebe ihre Corrupt Empire Serie. Diesmal konnte sie mich jedoch nicht so richtig überzeugen, denn ich konnte mit beiden Hauptfiguren nicht so richtig warmwerden.
Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig und wir lesen abwechselnd die Perspektiven von Bailey und von Drew. Ich mag das gern, weil man so schnell eine Verbindung zu den Figuren aufbauen kann, aber diesmal konnte ich ihre Emotionen und Entscheidungen trotzdem oft überhaupt nicht nachvollziehen.
Bailey hat eine harte Zeit hinter sich und ist gerade auf dem Weg der Stabilisierung. Warum sie es dann aber für eine tolle Idee hält, in einem Club zu arbeiten, verstehe ich null. Dank Drew bekommt sie sogar eine einzigartige Möglichkeit und ihre erste Idee ist, gleich was mit dem Chef anzufangen? Bei jedem kleinen Konflikt verhält sie sich absolut kindisch und trifft mit Sicherheit falsche Entscheidung. Nur um dann eine Sekunde später wieder auf rosa Wolken zu schweben.
Drew kennt die dunklen Seiten seiner Welt und doch lässt er Bailey dort manchmal allein oder verstärkt ihre Unsicherheiten. Der erfundene Job für sie ist einfach nur absurd und gibt eher Sugar Daddy Vibes. Ich konnte die angesprochene Chemie zwischen ihnen nicht ernsthaft fühlen, da trotz des ernsten Themas vieles oberflächlich bleibt.
Es gibt im Laufe der Handlung durchaus berührende und emotionale Momente, aber eben auch viel Zeit, um die Augen zu verdrehen, wenn sich einer der beiden Protas mal wieder völlig idiotisch verhält. Das Auf und Ab der Gefühle lässt es zumindest nicht langweilig werden und ich weiß ja, dass die Autorin es wirklich besser kann.
Mein Fazit:
Diesmal reicht es bei mir nur für drei Sterne!