In seinen "Septem Defensiones" entfaltet Paracelsus, einer der revolutionärsten Denker der Renaissance, seine tiefgreifenden Überzeugungen über die Medizin und die Wissenschaft. Das Werk, geschrieben zwischen 1527 und 1531, hat einen stark polemischen Charakter und dient als Verteidigung seiner unkonventionellen Ansätze gegenüber der etablierten medizinischen Lehre der Zeit. Paracelsus formuliert seine Ansichten in einem klaren, prägnanten Stil, der es ihm ermöglicht, komplexe medizinische Theorien und metaphysische Überlegungen anschaulich und verständlich zu vermitteln. Insbesondere hebt er die Bedeutung der Natur und der persönlichen Erfahrung für den medizinischen Praktiker hervor, was für die Entstehung der modernen Naturwissenschaften wegweisend war. Der Autor, Paracelsus, geboren als Philippus Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim, war ein Arzt, Alchemist und Philosoph, der sich gegen die traditionellen Galen- und Avicenna-Lehren wandte. Seine eigenen Erfahrungen in der Feldmedizin und seine Reisen durch Europa und das Heilige Land prägten seine unorthodoxen Ansichten. Paracelsus war nicht nur ein Mediziner, sondern auch ein düsterer Prophet seiner Zeit, dessen Einfluss über die Grenzen der Medizin hinaus in Philosophie und Kunst reicht. Die "Septem Defensiones" ist ein unverzichtbares Werk für Leser, die sich für die Geschichte der Medizin, die Entwicklung der wissenschaftlichen Methoden und die Wechselwirkungen zwischen Tradition und Innovation interessieren. Paracelsus' leidenschaftlicher Appell an die Wissenschaftler und Mediziner von heute, sich von Dogmen zu befreien, macht es zu einer bedeutenden Lektüre, die dazu anregt, die eigenen Überzeugungen zu hinterfragen und die Natur als Quelle des Wissens zu betrachten.