"Der Stumme Friedhof - Warum wir nur von Gewinnern lernen und deshalb scheitern" widmet sich dem gefährlichsten logischen Fehler im Business und im Leben: dem Survivorship Bias (Überlebenden-Irrtum). Das Buch beginnt mit der berühmten Geschichte des Mathematikers Abraham Wald im Zweiten Weltkrieg. Das Militär wollte die Panzerung der Flugzeuge dort verstärken, wo die zurückgekehrten Maschinen Einschusslöcher hatten. Wald aber erkannte: Man muss dort verstärken, wo keine Löcher sind, denn die Flugzeuge, die dort getroffen wurden, kamen nie zurück.
Autorin Sandra Hiller überträgt dieses Prinzip auf die moderne Erfolgskultur. Wir studieren die Biografien von Milliardären und erfolgreichen Startups ("die Überlebenden") und versuchen, ihre Methoden zu kopieren. Dabei ignorieren wir die Tausenden, die genau dasselbe taten, aber scheiterten ("der stumme Friedhof"). Das Buch argumentiert, dass Erfolgsrezepte oft wertlos sind, weil sie den Faktor Glück ausblenden und die Risiken verschweigen, die die Gescheiterten vernichtet haben.
Leser lernen, "negative Evidenz" zu suchen. "Der Stumme Friedhof" lehrt, wie man Entscheidungen auf Basis derer trifft, die nicht mehr da sind, um ihre Geschichte zu erzählen. Es ist ein Plädoyer für einen realistischen Blick auf Erfolg, der die unsichtbaren Leichen im Keller der Statistik mit einbezieht.