Warum eine Busreise nach Wien? Das fragt sich Minnie. Schon vor der Abfahrt entdeckt sie sektselige Mitreisende. Aber ihre Mutter Traudl wünscht sich diesen Wochenendtrip. Nachdem Lebensgefährte Gustl sich strikt weigert, muss eben ihre Tochter mit. Also gut, denkt Minnie resignierend, wenns denn sein muss. Die bodenständige Töpferin und Hobbydetektivin verlässt Wasserburg und Familie, also Alex und Malika, eher ungern. Die Reise verläuft prompt anders als geplant und Minnies kriminalistisches Gespür wird bald herausgefordert.
Monika Nebl lässt ihre sympathische Heldin im 10. Fall gleich in zwei Ländern ermitteln. Herauskommt dabei eine spannende wie amüsante Mördersuche. Die Reihe ist auch für Neueinsteiger geeignet. Für mich war es die erste Ermittlung mit Minnie und ich hatte keine Probleme.
Weshalb reist ein Toter nach Wien? Die österreichische Polizei ist nicht amüsiert und lässt prüfen, ob sie für den mysteriösen Fall überhaupt zuständig ist. Pflichtbewusst beginnt Minnie zu recherchieren, wird aber sofort vom griesgrämigen Inspektor Kammkrauser ausgebremst, der so garnichts von externen Ermittlern hält. Also informiert Minnie ihre SOKO-Chatgruppe mit der sie schon in ihrem letzten Fall hervorragend zusammengearbeitet hat. Zurück in Wasserburg führt eine Spur in den elitären Reiterclub der Stadt. Wie gut, dass Malika dort für einen Schnupperreitkurs angemeldet ist. Ihre Mutter nutzt die Gelegenheit, um undercover zu ermitteln und entdeckt bald wichtige Spuren.
Die Autorin unterhält ihre Leserschaft mit originellen Formulierungen -Dauergeräuschkulisse mit Kreischspitzen-, viel Lokalkolorit und vorwiegend sympathischen Protagonisten. Neben der schönen Stadt Wasserburg am Inn, die ich schon besucht habe, spielt der bayrische Dialekt eine wichtige Rolle. Ein Glossar hilft den nicht aus Süddeutschland stammenden Lesern.
Der Cosy Crime wird bis auf den Prolog aus der Perspektive der bodenständigen Minnie erzählt. Es ist amüsant an ihren Gedanken teilzuhaben, ob sie gerade leidenschaftlich ihrer Passion frönt oder ihre Höhenangst bekämpft. Das Familienleben der Ermittlerin bekommt angemessen Raum. Mit der Problematik der Beístellponys findet auch ein ernstes Thema Platz im Cosy Crime.
Letztlich lösen Minnie und ihr Team auch diesen Fall. Bis dahin wurde ich kurzweilig und spannend unterhalten. Minnies Fälle eignen sich gut zum Abschalten und kommen mit wenig Gewalt aus.
Wie gut wird der liebenswürdige Hund George mit einem Katzencafé klarkommen? Es bleibt spannend.