Thomas Mann Der Tod in Venedig. Mit Der Tod in Venedig schuf Thomas Mann eine der berühmtesten Erzählungen der Weltliteratur. In dichter, kunstvoller Sprache entfaltet er das Porträt eines Mannes, der zwischen Disziplin und Leidenschaft, Vernunft und Verlangen, Pflichtgefühl und Abgrund steht. Der angesehene Schriftsteller Gustav von Aschenbach reist zur Erholung nach Venedig. Doch die Lagunenstadt, flirrend vor Hitze und Schönheit, wird ihm zum Schauplatz einer inneren Erschütterung. Als er dem jugendlichen Tadzio begegnet, erwacht in ihm eine obsessive Bewunderung, die ihn immer tiefer in einen Strudel aus Sehnsucht, Selbsttäuschung und Verfall zieht. Während um ihn herum eine unheilvolle Krankheit die Stadt bedroht, verliert Aschenbach Schritt für Schritt die Kontrolle über sein geordnetes Leben. Thomas Mann verbindet in dieser Novelle meisterhaft psychologische Feinzeichnung mit kunsttheoretischer Reflexion. Das Werk steht exemplarisch für die Literatur der Moderne: Es erzählt von der Zerbrechlichkeit des bürgerlichen Selbstbildes, von der Macht des Schönen und von der gefährlichen Nähe zwischen Kunst und Leben. Über den Autor: Thomas Mann (1875 1955) wurde in Lübeck geboren und zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Mit Romanen wie Buddenbrooks, Der Zauberberg und Doktor Faustus prägte er die deutsche und internationale Literatur nachhaltig. 1929 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Als scharfer Beobachter seiner Zeit verband Mann in seinem Werk geistige Tiefe mit erzählerischer Brillanz. 1933 emigrierte er und lebte später in den USA und der Schweiz.