Worum gehts?
Seit sie klein ist, wünscht sich Odile nichts mehr, als es ihrem Ziehvater gleichzutun und Magie wirken zu können. Da diese im Königreich Auréal jedoch verboten ist, bleibt ihr nur ein gefährlicher Plan sich als falsche Kronprinzessin auszugeben, die magische Krone des Königs zu stehlen und sie ihrem Ziehvater zu übergeben. Blöd nur, dass sie dabei die Rechnung ohne die echte Kronprinzessin und ihr Herz gemacht hat, das bei jeder ihrer Begegnungen verräterisch schneller schlägt.
Meine Meinung:
Da ich ein unglaublich großer Frankreich-Fan bin, hat mich das Setting in diesem Buch direkt davon überzeugt, die Geschichte lesen zu wollen. Auch die Inspiration durch Schwanensee hat mir sehr gut gefallen, denn auch wenn es leichte Abwandlungen gibt, sind das Setting und auch die Grundstützen der Geschichte noch gut zu erkennen und daher immer wieder charmante kleine Erinnerungen.
Odile war definitiv eine Protagonistin, die in meinen Augen ein unglaubliches Potenzial hatte, ihre Umsetzung fand ich insgesamt aber leider nicht mehrdimensional und ausgearbeitet genug, um wirklich von ihr begeistert zu sein. Bis zu einem gewissen Grad wollte ich wirklich mit ihr mitfühlen, zu einhundert Prozent überzeugt hat sie mich jedoch schlussendlich leider nicht.
Auch der Handlungsbogen hat meiner Meinung nach nicht sein volles Potenzial ausschöpfen können, wobei ich an dieser Stelle anmerken muss, dass man das von einem Jugendbuch vielleicht auch nicht in dem Umfang erwarten kann, wie es vielleicht bei einer Geschichte für Erwachsene der Fall gewesen wäre. Die Grundidee der Geschichte fand ich dabei wirklich ansprechend, die Umsetzung ging mir dann an mancher Stelle aber leider etwas zu oberflächlich vonstatten, was es mir schwer gemacht hat, mit Begeisterung weiter zuzuhören. Positiv hervorheben möchte ich aber doch, dass die zahlreichen Bezüge zur Geschichte der Oper Schwanensee gut zu erkennen waren und für Kenner des Stückes sicherlich sehr charmant eingebettet waren.
Hinsichtlich der Figuren und ihren Beziehungen zueinander bin ich ehrlich gesagt auch ein wenig unsicher, was ich von ihnen halten soll. Einerseits finde ich den queeren Aspekt toll, andererseits wirkte er auf mich auch ein wenig erzwungen und performativ, was es mir im Nachhinein ein wenig schwierig macht, an dieser Stelle zu einer schlüssigen Meinung zu kommen.
Etwas enttäuscht hat mich auch das Ende, welches ein wenig plötzlich um die Ecke kam. Für mich persönlich hätte die Geschichte ohne den Prolog enden können, um etwas von der Spannung aufrecht zu erhalten, da die Auflösung so einfach unglaublich komprimiert und in wenige Minuten gequetscht wurde, was mir die Atmosphäre ehrlich gesagt ein wenig kaputt gemacht hat.
Fazit:
Auch wenn mir persönlich die Figuren etwas zu blass waren und das Ende mich ein wenig überrumpelt hat, mochte ich die Geschichte insgesamt sehr gerne. Wer französisch und historisch inspirierte Settings und magische Geschichten mag, dem kann ich dieses Buch daher nur sehr ans Herz legen.
Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.