Literatur, die süchtig macht! Ein Muss nicht nur für Inselreisende und Nordseebegeisterte!
Bereits mit ihren Debut Das Mädchen und sein Henker hat Dagmar Fohl, gezeigt, dass sie hohe Spannung, eine intelligente Geschichte und gute Sprache zu vereinen weiß. Mit ihrem zweiten Roman Die Insel der Witwen ist ihr ein Juwel der literarischen Unterhaltungsliteratur gelungen. Am Beispiel der fiktiven Insel Taldsum und dem Schicksal der jungen Witwe Keike Tedsen, die sich in den Leuchtturmingenieur Andreas Hartmann verliebt, zeichnet die Autorin authentisch und ohne Kitsch das entbehrungsreiche Leben auf den friesischen Inseln des 19. Jahrhunderts, insbesondere das der Frauen, deren Welt von Armut, Aberglauben, hartem Alltag, von Tod und von Lebensträumen bestimmt ist. Doch bei aller Tragik vergisst Fohl selbst den Humor nicht.
Packend und einfühlsam beschreibt Fohl die Geschehnisse auf der Insel in einer Sprache, die in kunstvollem Wechsel die harte Realität wie auch die zarten Träume und Leidenschaften der Protagonisten widerspiegelt.
Als Mann hat mich insbesondere der schicksalhafte Lebensweg des Leuchtturmingenieurs gefesselt und zum Nachdenken angeregt. Doch darf ich an dieser Stelle nichts verraten.
Ein Roman, den man erst aus der Hand legen kann, wenn die letzte Seite gelesen ist. Und der einen mit allen Sinnen auf die Insel verbannt.