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Mama, ich war schon einmal erwachsen! Kinder erinnern sich an frühere Leben

Kinder erinnern sich an frühere Leben.
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Produktdetails

Titel: Mama, ich war schon einmal erwachsen! Kinder erinnern sich an frühere Leben
Autor/en: Carol Bowman

ISBN: 3939373532
EAN: 9783939373537
Kinder erinnern sich an frühere Leben.
Nachdruck.
Lesebändchen.
AMRA Verlag

10. Februar 2012 - gebunden - 360 Seiten

Viele Kinder haben spontane Erinnerungen an frühere Leben. Oft beschreiben sie Details, die sie in diesem Leben noch gar nicht wissen können, oder erwähnen Einzelheiten über Menschen, die vor ihrer Geburt starben. Das vorliegende Buch schildert erstmals einem breiten Publikum, woran alte Erinnerungen von Kindern erkannt werden können. Reinkarnation wird so eine praktische Realität in unserem Leben und in unseren Familien. Ein Klassiker der Reinkarnationslehre - übersetzt in 16 Sprachen!
INHALT

TEIL EINS . GESCHICHTEN AUS FRÜHEREN LEBEN

1 Chase und Sarah

»Sag mir, was du siehst ...« . Der Vorfall am Unabhängigkeitstag . Chase sieht Krieg . Puppen unter dem Bett . Neue Informationen tauchen auf . »Hühner laufen frei herum.« . Die Schalen der Zwiebel

2 Vorspiel

»In meinem Ende liegt mein Anfang ... bewusst zu sein heißt, nicht in der Zeit zu sein.« . Meine Beerdigung . »Am ruhenden Punkt der sich drehenden Welt ...« . Der Mensch hinter dem bemerkenswerten Talent . Zerbrochene Träume und verschwundene Jahre . »Ich bin mehr als mein Körper.« . »Nur durch Zeit wird die Zeit besiegt.«

3 Überlegungen auf dem Spielplatz

Was können sie uns erzählen? . Viele neue Ideen . »Ein gefährliches Gebiet«

4 Der Augenblick des Todes

Unerledigte Angelegenheiten sind die treibende Kraft hinter den Erinnerungen . Dr. Helen Wambach, angesehene Psychologin . Die Geschichte von der vierzinkigen Gabel . Die Todeserfahrung in der menschlichen Geschichte . Hinweise auf eine therapeutische Wirkung . Dr. Fiores Entdeckung . Erinnerungen an frühere Tode . Dr. Roger Woolger: Die Suche nach Seele und Geist . Klare Heilerfolge . Eine Vielzahl von Problemen . Warum so viel Tragik? . Den Rahmen der Psychologie erweitern . Der Augenblick des Todes . Der Augenblick des Todes in der Therapie

5 Trance ist einfach

Die äußere Welt zurücklassen . »Ich hasse das Lager.« . Sarah, die Herrscherin . Schmutzige Zehen . Eine aufregende Woche . Zweifache spontane Erinnerung

6 Professor Ian Stevenson

Gerüchte von einer Goldmine . »Wer überlebt den körperlichen Tod?« . Der Reinkarnations.Detektiv . Swarnlatas Geschichte . Frühere Leben und heutiges Verhalten . Ravi Shankar erkennt seine Mörder . Muttermale und angeborene Missbildungen . Credo . Es kommt nicht auf die Beweise an . Muster, die sich aus der Datenmenge herauskristallisieren . Ein natürliches Phänomen

7 Wenn Kinder sich an frühere Leben erinnern

Jede Mutter hätte das tun können . Noch mehr kleine Zeitreisende . Die Blumenleute . Kinder erinnern sich an ihren Tod . Die Ninja.Nacht . Englische Knirpse erinnern sich ... . ... und ihre Mamis hören zu . Geschichten aus dem Kinderbett . Nicolas Katharsis . Eltern vervollständigen das Puzzle . Abenteuer bei der Tagung . Tineke Noordegraaf . Schmetterlinge und Oprah

8 Blake

Lebenserfahrene Seelen in kleinen Körpern . Der Schritt an die Öffentlichkeit . Tiius Liia . »Mann hat mich mit Lastwagen überfahren.« . »Ich liebe dich, dann hasse ich dich.« . Eine plötzliche Erkenntnis . »Wir haben unseren Blake zurück.«

9 Auf nach Chicago!

Ein Energiestrahl . Mein Plan gegen die Angst . Blitzschlag und Eis . Im falschen Ordner abgelegt . Arbeit rund um die Uhr . Namen und Daten . Chicago wartet! . Gezeichnete Erinnerungen . Verschneiter Empfang . Erinnerung an einen früheren Auftritt . Auf Sendung mit inspirierenden Ideen . Das alte Paradigma der Psychologie wird verteidigt . Das war erst der Anfang

TEIL ZWEI . WENN KINDER SICH AN FRÜHERE LEBEN ERINNERN

EIN PRAKTISCHER RATGEBER FÜR ELTERN

10 Die vier Erkennungsmerkmale

Erkennungsmerkmal 1: sachlicher, ruhiger Tonfall . Erkennungsmerkmal 2: keine inhaltlichen Widersprüche bei wiederholtem Erzählen . Erkennungsmerkmal 3: Wissen, das über die gegenwärtige Lebenserfahrung des Kindes hinausgeht . Silberne Zähne . Justin . Der kleine rote Wagen . Courtney . Erkennungsmerkmal 4: zu dem früheren Leben in Bezug stehende Verhaltensweisen und Charakterzüge . Tommy, der Seemann . John van Dyk

11 Auslöser

Orte als Erinnerungsauslöser . Pierce Hall . Der Zustand des Kindes . Der Bewusstseinszustand der Mutter . Sandy . Telepathie zwischen Mutter und Kind . Elona, Anna und Seth

12 Was Eltern tun können

Bewahren Sie Ruhe . Erkennen Sie an, was das Kind sagt . Hören Sie sehr genau zu . Fakten und Gefühle erkennen und richtig bewerten . Sagiv (1. Teil) . Unerlöste Themen und Bedürfnisse erkennen . Die Eltern sind nicht an allem schuld . Emotionen zulassen . Sagiv (2. Teil) . Unterscheiden Sie zwischen Vergangenheit und Gegenwart . Natalie . Wenn die Erinnerungen sich allmählich entfalten . Machen Sie sich Notizen . Noch einmal John van Dyk

13 Träume aus der Vergangenheit

Wenn Träume von früheren Leben handeln . Traumsignale . 1. Lebendigkeit und Realismus . 2. Wiederholung . 3. Rollenwechsel . Heilsame Albträume . Mary und die Bomben . Albträume wörtlich nehmen . Dana Grabiner . Zähneknirschen eine Erfolgsgeschichte . Telepathie zwischen Mutter und Kind in Träumen . Dr. Gladys McGarey

TEIL DREI . WAS DIE KINDER UNS ZU SAGEN HABEN

14 Erwachsene und ihre Religion

Reinkarnation als reales Phänomen . Eine allgemein verbreitete spirituelle Vorstellung . Dogma und menschliche Wahrheit . Victoria Bragg und das Neue Testament . Das Buch des Glanzes . »Ja, Gott existiert!«

15 Der Tod ist ein neuer Anfang

Wenn ein Kind stirbt . Die Macht des Gebetes . Jennifer und Gillian Pollack . Rückkehr in die Familie . Randy Swiger

16 Was die Kinder uns zu sagen haben

Die Kinder mit anderen Augen sehen . Anfängergeist . »Eine klare, fest gefügte Weltsicht« . Chase und Sarah

Danksagung

Anmerkungen

Bibliografie

Über die Autorin
Carol Bowman, geboren am 14. Oktober 1950, ist eine international bekannte Therapeutin, Vortragsrednerin, Autorin und Mutter von zwei Kindern. Sie studierte am Simmons College in Boston und schloss ein Coachingstudium an der Villanova University mit dem Master of Science ab. Nach zwei Jahrzehnten der praktischen Anwendung von Rückführungsmethoden und ständigen Fortbildung ist sie heute eine Koryphäe der Reinkarnationsforschung. Mit Mama, ich war schon einmal erwachsen! schrieb sie das erste nicht-akademische Werk über spontane Rückführungen bei Kindern. Es wurde zu einem Klassiker, der bisher in sechzehn Sprachen herauskam. Sie war zu Gast in allen einschlägigen TV- und Radiosendungen der USA, darunter bei Oprah Winfrey, Good Morning America, Unsolved Mysteries, A&E, ABC Primetime, der Art Bell Show, sogar im Discovery Channel und bei der BBC in England. Sie lehrte in Norwegen, Belgien, Kanada und den Niederlanden sowie am Omega Institute und an der Edgar Cayce Foundation. Mit ihrem Ehemann Steve lebt sie in Media im US-Bundesstaat Pennsylvania. Ihre beiden Kinder, die den Grundstein für das Buch setzten, sind inzwischen erwachsen und führen erfolgreich ihr eigenes Leben in New York City und Philadelphia.
AUS KAPITEL EINS: DER VORFALL AM UNABHÄNGIGKEITSTAG
Jedes Jahr feierten wir den Unabhängigkeitstag mit einer großen Party in unserem Haus, das nur wenige Schritte von jenem Ort entfernt lag, wo man in Asheville den besten Blick auf das Feuerwerk der Stadt hatte. Unsere Freunde und ihre kleinen Kinder versammelten sich zu einem Nachmittag des Picknickens und Feierns in unserem Garten. Der Höhepunkt der Party war jedes Mal ein gemeinsamer Spaziergang den Hügel hinunter zum gemeindeeigenen Golfplatz, um von dort das großartige Feuerwerk zu verfolgen.
Als die Sonne hinter die Bäume sank, wussten wir, dass es an der Zeit war, die Kinder zusammenzurufen und uns auf den Marsch den Hügel hinunter vorzubereiten. Ich schnappte mir Chase, als er an mir vorbeirannte, wusch ihm Kuchen und Eiskrem aus dem Gesicht und zwang ein sauberes Hemd über seinen zappelnden Körper. Mit Decken und Taschenlampen ausgerüstet, schlossen wir uns dem Zug der Menschen an, die auf unserer Straße hinunter zum Golfplatz strömten.
Chase zerrte hüpfend an meinen Arm. Die älteren Mädchen, darunter Sarah, meine neunjährige Tochter, bildeten ihre eigene kichernde Prozession. Wir erreichten unseren bevorzugten Aussichtspunkt gerade, als die Sonne in der Ferne hinter den Blue Ridge Mountains unterging, und breiteten auf einem strategisch günstigen Hang unsere Decken aus.
Von dort beobachteten wir, wie die neun Fairways unterhalb sich mit Menschen füllten. Bald sah man überall Decken und Liegestühle. Als der Himmel dunkler wurde, zündeten die Jungen und Männer Kracher an und ließen Leuchtkugeln steigen, so dass das Tal sich mit Blitzen, Knallerei und Rauch füllte. Unsere Kinder winkten mit Wunderkerzen, zeichneten leuchtende Kreise und Zickzackspuren in die Dämmerung; Leuchtkäfer tanzten und signalisierten blinkend ihre Zustimmung.
Chase, vollgepumpt mit Aufregung und Zucker, rannte mit seinen Freunden den Hügel hinauf und hinunter, bis ihm schließlich die Puste ausging und er sich erschöpft in meinen Schoß fallen ließ.
Plötzlich hallten die kanonenartigen Donnerschläge, die den Beginn des Feuerwerks ankündigten, von den Hügeln wider. Der Himmel leuchtete auf und füllte sich mit krachend zerplatzenden Sternen. Die Menge begleitete die leuchtend bunten Farbkaskaden am schwarzen Himmel mit lauten Ooohs und Aaahs. In so großer Nähe die Schüsse und Detonationen zu hören steigerte die aufregende Intensität der Show.
Doch statt sich zu freuen, fing Chase an zu weinen. »Was ist los?«, fragte ich. Er konnte nicht antworten; er wimmerte nur noch heftiger und lauter. In dem Glauben, er sei ganz einfach völlig übermüdet und von dem Lärm überrascht worden, drückte ich ihn an mich. Aber sein Weinen wurde stärker und verzweifelter. Auch nach Minuten beruhigte er sich nicht wieder, sondern seine Hysterie verschlimmerte sich immer mehr. Ich wusste, dass ich ihn nach Hause bringen musste, weg von dem Lärm und Trubel. Ich sagte Steve, meinem Mann, dass ich mit Chase vorausgehen würde.
Die kurze Strecke nach Hause kam mir sehr lang vor. Chase schluchzte so heftig, dass er nicht laufen konnte; ich musste ihn den ganzen Weg den Hügel hinauf tragen. Doch selbst, als wir zu Hause eintrafen, weinte er immer noch. Ich hielt ihn in einem Schaukelstuhl auf der Veranda auf dem Schoß, in der Hoffnung, er würde sich wieder beruhigen. Als sein Weinen so weit nachgelassen hatte, dass ich ihn fragen konnte, ob er krank sei oder sich wehgetan habe, schluchzte er nur und schüttelte den Kopf. Als ich ihn fragte, ob der Lärm ihn erschreckt hätte, weinte er sofort wieder heftiger.
Ich konnte nichts weiter tun, als ihn in den Armen zu wiegen, während ich die lautlose Flugschau der Leuchtkäfer in unserem Garten beobachtete. Chase beruhigte sich allmählich wieder und kuschelte sich an mich. Schließlich, als meine Arme zu steif wurden, um ihn noch länger zu halten, schlief er ein, und ich brachte ihn ins Bett.
Chases ungewöhnliches Verhalten erschien mir rätselhaft. Nie zuvor in seinem kurzen Leben hatte er so lange oder heftig geweint. Und nie zuvor hatte er sich vor einem Feuerwerk gefürchtet. Der ganze Vorfall schien ungewöhnlich zu sein, denn Chase war ansonsten alles andere als ängstlich. Ich machte mir damals jedoch keine weiteren Gedanken mehr, sondern sagte mir, dass er vermutlich lediglich von dem langen Tag erschöpft gewesen war oder vielleicht zu viele Süßigkeiten gegessen hatte - solche Dinge kommen bei Kindern schließlich hin und wieder vor.
Doch einen Monat später geschah es erneut. An einem heißen Augusttag 1988 luden uns Freunde zu einem Kühlung verschaffenden Besuch im Hallenbad ihres Wohnortes ein. Chase liebt das Wasser und konnte es kaum erwarten, ins Becken zu springen. Als wir jedoch in den Badebereich kamen - wo Gejohle, Platschen und das Geräusch des Sprungbretts die große Halle erfüllten -, fing er hysterisch zu weinen an. Heulend und kreischend klammerte er sich mit beiden Händen an meinen Arm und zerrte mich zur Tür. Beruhigend auf ihn einzureden war vergeblich; er zerrte nur noch fester. Ich gab auf und ging mit ihm nach draußen.
Wir fanden einen Stuhl im Schatten. Ich hielt Chase im Arm und fragte ihn, was ihn so beunruhige. Er konnte es mir nicht sagen, aber er war ganz offensichtlich tief verstört. Etwas jagte ihm große Angst ein. Schließlich beruhigte er sich, aber selbst als er zu weinen aufgehört hatte, konnte ich ihn nicht dazu überreden, wieder in die Schwimmhalle zurückzugehen.
Ich dachte an den Vorfall am Vierten Juli. Das von den Hügeln widerhallende Donnern des Feuerwerks hatte seinen ersten hysterischen Anfall ausgelöst. Mir wurde klar, dass der Lärm des Sprungbrettes, der von den kahlen Wänden der Schwimmhalle zurückgeworfen wurde, ähnlich klang. Ich fragte Chase, ob er Angst vor lauten Geräuschen hätte. Er nickte schüchtern, mochte aber immer noch nicht in die Nähe des Schwimmbeckens gehen.
Das war es also donnernde, krachende Geräusche! Aber warum fürchtete sich Chase plötzlich so davor? Ich erinnerte mich nicht, dass ihm je irgendetwas zugestoßen war, das eine so heftige Reaktion auf derartige Geräusche hätte erklären können. Und nun war es innerhalb eines Monats schon zum zweiten Mal geschehen. Seine Furcht schien aus dem Nichts gekommen zu sein. Würde das in Zukunft öfter geschehen, jedes Mal wenn Chase ein lautes Geräusch hörte? Ich begann, mir Sorgen zu machen! Daraus konnte ein ernstes Problem entstehen, besonders wenn ich nicht in der Nähe war, um ihn zu trösten, wenn er das nächste Mal hysterisch wurde. Ich wusste nicht, was ich tun sollte, außer abwarten und hoffen, dass seine mysteriöse Angst wieder verschwinden würde, wenn er größer wurde.
Ein paar Wochen später hatten wir das Glück, Norman Inge bei uns zu Gast zu haben, einen wundervollen Menschen und erfahrenen Hypnotherapeuten. Norman wohnte bei uns, während er in Asheville Workshops durchführte, die sich mit Rückführungen in frühere Leben befassten. Er gab Privatsitzungen für einige meiner Freundinnen. Wir begannen gerade damit, uns mit diesen Rückführungen zu beschäftigen, wobei Norman als unser Lehrer fungierte.
Eines Nachmittags saßen Norman, Chase, Sarah und ich bei Tee und Gebäck um den Küchentisch herum und lachten über die Geschichten, die Norman uns erzählte. Dabei erinnerte ich mich an Chases irrationale Angst vor lauten Geräuschen und erkundigte mich nach Normans Meinung dazu. Er hörte sich meine Geschichte an und fragte dann, ob Chase und ich zu einem Experiment bereit wären. Obgleich ich nicht genau wusste, was Norman beabsichtigte, vertraute ich ihm und wusste, er würde einfühlsam genug sein, um meinen kleinen Sohn nicht zu überfordern. Und da Chase so begierig wie ich selbst darauf war, dieses Problem zu lösen, stimmten wir beide einem Versuch zu.
Bis zu diesem Moment war ich nie auf den Gedanken gekommen, dass sich auch Kinder an frühere Leben erinnern könnten. Norman begann gleich, noch während wir am Küchentisch saßen - und dieser Augenblick wurde, wie ich erst später begriff, zu einem Wendepunkt in meinem Leben.
DER VORFALL AM UNABHÄNGIGKEITSTAGJedes Jahr feierten wir den Unabhängigkeitstag mit einer großen Party in unserem Haus, das nur wenige Schritte von jenem Ort entfernt lag, wo man in Asheville den besten Blick auf das Feuerwerk der Stadt hatte. Unsere Freunde und ihre kleinen Kinder versammelten sich zu einem Nachmittag des Picknickens und Feierns in unserem Garten. Der Höhepunkt der Party war jedes Mal ein gemeinsamer Spaziergang den Hügel hinunter zum gemeindeeigenen Golfplatz, um von dort das großartige Feuerwerk zu verfolgen.Als die Sonne hinter die Bäume sank, wussten wir, dass es an der Zeit war, die Kinder zusammenzurufen und uns auf den Marsch den Hügel hinunter vorzubereiten. Ich schnappte mir Chase, als er an mir vorbeirannte, wusch ihm Kuchen und Eiskrem aus dem Gesicht und zwang ein sauberes Hemd über seinen zappelnden Körper. Mit Decken und Taschenlampen ausgerüstet, schlossen wir uns dem Zug der Menschen an, die auf unserer Straße hinunter zum Golfplatz strömten.Chase zerrte hüpfend an meinen Arm. Die älteren Mädchen, darunter Sarah, meine neunjährige Tochter, bildeten ihre eigene kichernde Prozession. Wir erreichten unseren bevorzugten Aussichtspunkt gerade, als die Sonne in der Ferne hinter den Blue Ridge Mountains unterging, und breiteten auf einem strategisch günstigen Hang unsere Decken aus.Von dort beobachteten wir, wie die neun Fairways unterhalb sich mit Menschen füllten. Bald sah man überall Decken und Liegestühle. Als der Himmel dunkler wurde, zündeten die Jungen und Männer Kracher an und ließen Leuchtkugeln steigen, so dass das Tal sich mit Blitzen, Knallerei und Rauch füllte. Unsere Kinder winkten mit Wunderkerzen, zeichneten leuchtende Kreise und Zickzackspuren in die Dämmerung; Leuchtkäfer tanzten und signalisierten blinkend ihre Zustimmung.Chase, vollgepumpt mit Aufregung und Zucker, rannte mit seinen Freunden den Hügel hinauf und hinunter, bis ihm schließlich die Puste ausging und er sich erschöpft in meinen Schoß fallen ließ. Plötzlich
hallten die kanonenartigen Donnerschläge, die den Beginn des Feuerwerks ankündigten, von den Hügeln wider. Der Himmel leuchtete auf und füllte sich mit krachend zerplatzenden Sternen. Die Menge begleitete die leuchtend bunten Farbkaskaden am schwarzen Himmel mit lauten Ooohs und Aaahs. In so großer Nähe die Schüsse und Detonationen zu hören steigerte die aufregende Intensität der Show. Doch statt sich zu freuen, fing Chase an zu weinen. Was ist los?, fragte ich. Er konnte nicht antworten; er wimmerte nur noch heftiger und lauter. In dem Glauben, er sei ganz einfach völlig übermüdet und von dem Lärm überrascht worden, drückte ich ihn an mich. Aber sein Weinen wurde stärker und verzweifelter. Auch nach Minuten beruhigte er sich nicht wieder, sondern seine Hysterie verschlimmerte sich immer mehr. Ich wusste, dass ich ihn nach Hause bringen musste, weg von dem Lärm und Trubel. Ich sagte Steve, meinem Mann, dass ich mit Chase vorausgehen würde.Die kurze Strecke nach Hause kam mir sehr lang vor. Chase schluchzte so heftig, dass er nicht laufen konnte; ich musste ihn den ganzen Weg den Hügel hinauf tragen. Doch selbst, als wir zu Hause eintrafen, weinte er immer noch. Ich hielt ihn in einem Schaukelstuhl auf der Veranda auf dem Schoß, in der Hoffnung, er würde sich wieder beruhigen. Als sein Weinen so weit nachgelassen hatte, dass ich ihn fragen konnte, ob er krank sei oder sich wehgetan habe, schluchzte er nur und schüttelte den Kopf. Als ich ihn fragte, ob der Lärm ihn erschreckt hätte, weinte er sofort wieder heftiger.Ich konnte nichts weiter tun, als ihn in den Armen zu wiegen, während ich die lautlose Flugschau der Leuchtkäfer in unserem Garten beobachtete. Chase beruhigte sich allmählich wieder und kuschelte sich an mich. Schließlich, als meine Arme zu steif wurden, um ihn noch länger zu halten, schlief er ein, und ich brachte ihn ins Bett.Chases ungewöhnliches Verhalten erschien mir rätselhaft. Nie zuvor in seinem kurzen Leben hatte er so lange oder heftig geweint.
Und nie zuvor hatte er sich vor einem Feuerwerk gefürchtet. Der ganze Vorfall schien ungewöhnlich zu sein, denn Chase war ansonsten alles andere als ängstlich. Ich machte mir damals jedoch keine weiteren Gedanken mehr, sondern sagte mir, dass er vermutlich lediglich von dem langen Tag erschöpft gewesen war oder vielleicht zu viele Süßigkeiten gegessen hatte - solche Dinge kommen bei Kindern schließlich hin und wieder vor.Doch einen Monat später geschah es erneut. An einem heißen Augusttag 1988 luden uns Freunde zu einem Kühlung verschaffenden Besuch im Hallenbad ihres Wohnortes ein. Chase liebt das Wasser und konnte es kaum erwarten, ins Becken zu springen. Als wir jedoch in den Badebereich kamen - wo Gejohle, Platschen und das Geräusch des Sprungbretts die große Halle erfüllten -, fing er hysterisch zu weinen an. Heulend und kreischend klammerte er sich mit beiden Händen an meinen Arm und zerrte mich zur Tür. Beruhigend auf ihn einzureden war vergeblich; er zerrte nur noch fester. Ich gab auf und ging mit ihm nach draußen.Wir fanden einen Stuhl im Schatten. Ich hielt Chase im Arm und fragte ihn, was ihn so beunruhige. Er konnte es mir nicht sagen, aber er war ganz offensichtlich tief verstört. Etwas jagte ihm große Angst ein. Schließlich beruhigte er sich, aber selbst als er zu weinen aufgehört hatte, konnte ich ihn nicht dazu überreden, wieder in die Schwimmhalle zurückzugehen.Ich dachte an den Vorfall am Vierten Juli. Das von den Hügeln widerhallende Donnern des Feuerwerks hatte seinen ersten hysterischen Anfall ausgelöst. Mir wurde klar, dass der Lärm des Sprungbrettes, der von den kahlen Wänden der Schwimmhalle zurückgeworfen wurde, ähnlich klang. Ich fragte Chase, ob er Angst vor lauten Geräuschen hätte. Er nickte schüchtern, mochte aber immer noch nicht in die Nähe des Schwimmbeckens gehen.Das war es also - donnernde, krachende Geräusche! Aber warum fürchtete sich Chase plötzlich so davor? Ich erinnerte mich nicht, dass ihm je irgendetwas zugestoßen war, das
eine so heftige Reaktion auf derartige Geräusche hätte erklären können. Und nun war es innerhalb eines Monats schon zum zweiten Mal geschehen. Seine Furcht schien aus dem Nichts gekommen zu sein. Würde das in Zukunft öfter geschehen, jedes Mal wenn Chase ein lautes Geräusch hörte? Ich begann, mir Sorgen zu machen! Daraus konnte ein ernstes Problem entstehen, besonders wenn ich nicht in der Nähe war, um ihn zu trösten, wenn er das nächste Mal hysterisch wurde. Ich wusste nicht, was ich tun sollte, außer abwarten und hoffen, dass seine mysteriöse Angst wieder verschwinden würde, wenn er größer wurde.Ein paar Wochen später hatten wir das Glück, Norman Inge bei uns zu Gast zu haben, einen wundervollen Menschen und erfahrenen Hypnotherapeuten. Norman wohnte bei uns, während er in Asheville Workshops durchführte, die sich mit Rückführungen in frühere Leben befassten. Er gab Privatsitzungen für einige meiner Freundinnen. Wir begannen gerade damit, uns mit diesen Rückführungen zu beschäftigen, wobei Norman als unser Lehrer fungierte.Eines Nachmittags saßen Norman, Chase, Sarah und ich bei Tee und Gebäck um den Küchentisch herum und lachten über die Geschichten, die Norman uns erzählte. Dabei erinnerte ich mich an Chases irrationale Angst vor lauten Geräuschen und erkundigte mich nach Normans Meinung dazu. Er hörte sich meine Geschichte an und fragte dann, ob Chase und ich zu einem Experiment bereit wären. Obgleich ich nicht genau wusste, was Norman beabsichtigte, vertraute ich ihm und wusste, er würde einfühlsam genug sein, um meinen kleinen Sohn nicht zu überfordern. Und da Chase so begierig wie ich selbst darauf war, dieses Problem zu lösen, stimmten wir beide einem Versuch zu.Bis zu diesem Moment war ich nie auf den Gedanken gekommen, dass sich auch Kinder an frühere Leben erinnern könnten. Norman begann gleich, noch während wir am Küchentisch saßen - und dieser Augenblick wurde, wie ich erst später begriff, zu einem Wendepunkt in meinem Leben.


»Ein herausragendes und mutiges Buch.« Brian L. Weiss
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