"Die einzige rote Flüssigkeit, die in Peter Mayles Diebischem Vergnügen fliesst, ist Traubensaft. Der allerdings ist vom Feinsten: Bordeaux, darunter 1961er Latour, 1957er Yquem und 1983er Margaux ... Dementsprechend steigt einem bei Mayle nicht der ranzige Geruch des Schicksals in die Nase, sondern der Duft wilden Lavendels. Hier lockt die ewige Happy Hour, und das Schlagen einer letzten Stunde wäre entschieden ein Missklang ... Überraschenderweise entpuppt sich Ein diebisches Vergnügen kraft seiner Anspruchslosigkeit tatsächlich als ziemlich vergnüglich. Dieser schmale Schmöker gleicht einem Hochglanzprospekt für Urlaub in einem Luxusressort. Die ausnahmslos langbeinigen Damen tragen Hermès, die Herren Wildleder-Slipper von Gucci ohne Socken, und alle sind in sanftes Licht getaucht, während sie, an einem Aperitif nippend, den Wonnen entgegenschauen, die sie erwarten. Peter Mayle serviert diesen Aufguss aus Klischees, Kitsch und Markennamen mit so viel ironischer Verschmitzheit, dass man ihm das Ganze glatt als Ausdruck purer joie de vivre abnimmt. Derart unverschämter literarischer Eskapismus kann keine Sünde sein."