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Oma Hilde, Sokrates und der Dalai Lama

Was wir von weisen Menschen lernen können.
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Produktdetails

Titel: Oma Hilde, Sokrates und der Dalai Lama
Autor/en: Kristin Raabe

EAN: 9783455307139
Format:  EPUB
Was wir von weisen Menschen lernen können.
Hoffmann u Campe Vlg GmbH

3. November 2010 - epub eBook

»Großartig! Dieses Buch erspart einem zehn Jahre Schweigekloster.« Vince Ebert

Was ist Weisheit? Woran erkennt man sie, und macht Weisheit glücklich? Ist Weisheit messbar, und brauchen wir sie in unserer Wissensgesellschaft überhaupt noch? Wie leben weise Menschen? Kristin Raabe begibt sich auf eine spannende Suche - und findet mitunter Antworten, wo wir sie am wenigsten erwarten.

Welche Chance hätte Sokrates heute, würde er seine Dialoge statt auf dem Marktplatz im alten Athen in einem modernen Einkaufszentrum führen? Der Giftbecher bliebe ihm wohl erspart, stattdessen würde er ins betreute Wohnen abgeschoben. Sicher ist: Kaum jemand könnte uns so viel über den Umgang mit (Schein-)Wissen lehren wie er. Es sind aber nicht nur die großen Wei-sen der Antike, von denen wir etwas lernen können, sondern unter Umständen auch die eigene Großmutter oder der Schuster von nebenan. Kristin Raabe führt den Leser auf einer unterhaltsamen Reise von der Antike bis in die Gegenwart, von einer niederbergischen Kleinstadt bis ins ferne Asien - und zeigt, wie es möglich ist, ein Leben im Zeichen von Weisheit zu führen.
Kristin Raabe, geboren 1970, bewunderte bereits während ihrer Schulzeit Charles Darwin und Alexander von Humboldt. Als Vorbereitung auf ein Leben als reisende Naturforscherin studierte sie Biologie und Philosophie. Sie wurde dann aber doch Journalistin und arbeitet seit 1998 in Köln für den WDR und den Deutschlandfunk. Ihre Recherchen führten sie immer wieder nach Asien. Am meisten beeindruckten sie dabei die Menschen, die ihr begegneten. Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Georg-von-Holtzbrinck-Preis für Wissenschaftsjournalismus.

Weise Menschen erkennen


Sokrates und die Bienenzüchterin

Obwohl sie eigentlich dringend erforderlich wäre, hat es die Weisheit heute schwer. Heraklit hätte das Problem sofort erkannt: Vielwisserei ist das Gegenteil von Weisheit, und wir leben in einer Gesellschaft von Vielwissern. Alle Probleme, die sich uns stellen, versuchen wir mit dem Heranziehen neuen Wissens zu lösen. Das funktioniert aber nicht immer. Mein Bruder beispielsweise ist Arzt auf einer Intensivstation. Er weiß, welche Medikamente bei welchen Schmerzen wirken und wie die verschiedenen Krankheiten auf seiner Station behandelt werden müssen. Aber niemand hat ihm beigebracht, wie er selbst mit dem Leid seiner häufig schwerkranken Patienten umgehen kann oder wie er ihre Angehörigen tröstet und wann er welche Wiederbelebungsmaßnahmen besser unterlässt. Sein Wissen hilft ihm nur wenig bei den existenziellen Problemen, mit denen er jeden Tag aufs Neue konfrontiert ist. Manchmal muss er sich unter Zeitdruck für die eine oder andere Therapie entscheiden. Mehr Wissen schafft neue Wahlmöglichkeiten, die Unsicherheit nach sich ziehen. Das sind genau die Situationen, in denen sich Weisheit bewähren würde. Aber kaum jemand sucht heute noch danach. Stattdessen versuchen wir, die Unsicherheitslöcher durch immer neues Fachwissen zu stopfen. Nicht selten entstehen dadurch aber wieder neue Fragen und Unsicherheiten, die das Problem auch nicht lösen.

Wir brauchen also Weisheit, um mit den Entscheidungen und Unsicherheiten, die uns die Vielwisserei beschert hat, umgehen zu können. Wo aber finden wir Weisheit? Wie erkennen wir sie? Die erste Frage lässt sich noch vergleichsweise einfach beantworten: Weisheit zeigt sich in den Entscheidungen und Handlungen einer Person. Wir müssen sie also bei anderen Menschen suchen. Aber woher weiß ich, dass Oma Hilde weise war, und warum
sehen so viele Menschen im Dalai Lama einen Weisen?

Im Fall meiner Großmutter bin ich eindeutig befangen, und mein Urteil, das sie zur Weisen erklärt, ist jederzeit anfechtbar. Was den Dalai Lama angeht, so besteht doch die winzige Möglichkeit, dass ich und Millionen andere einfach einer raffinierten PR-Strategie aufgesessen sind. Ich hatte bislang jedenfalls noch keine Gelegenheit, mich persönlich von der Weisheit des Oberhaupts der Tibeter zu überzeugen. Um herauszufinden, wie man einen weisen Menschen erkennt, wäre es also angeraten, jemanden als Beispiel zu wählen, dessen Weisheit unangreifbar nachgewiesen wurde. Das trifft vor allem auf Sokrates zu. Auch lebte er – genau wie Heraklit – in einer Zeit, in der Weisheit noch für wichtiger erachtet wurde als bloßes Wissen.

Hätte ich eine Zeitmaschine und könnte so eine Persönlichkeit der Geschichte treffen, würde ich mich ganz sicher für ihn entscheiden. Er war der erste Philosoph, den ich während meines Philosophieunterrichts an der Schule kennengelernt habe. Und von niemandem lässt sich das Philosophieren oder die Liebe zur Weisheit besser erlernen als von dem großen Weisen der Antike. Von ihm habe ich gelernt, dass es richtig ist, die Dinge zu hinterfragen, sich nicht mit dem zufriedenzugeben, was einem Lehrer und andere Autoritäten vorlegen. Ich gebe zu, dass meine anfängliche Begeisterung für Sokrates einem pubertären Rebellentum entsprang. Auch wenn ich das inzwischen längst abgelegt habe, bewundere ich ihn immer noch so sehr wie kaum einen anderen Philosophen. Nicht nur die Begegnung mit ihm wäre aufschlussreich, durch meine Zeitmaschine hätte ich auch die Möglichkeit, in eine Epoche einzutauchen, die das Denken und die Entwicklung unserer Zivilisation so stark geprägt hat wie keine zweite. Wenn wir uns also auf eine Zeitreise zu Sokrates in das antike
Athen begeben, dann ist das kein Exkurs in irgendeine längst vergangene Weisheitslehre, sondern eine Reise zu den Grundlagen unseres Denkens.

Seither habe die freie Beschäftigung mit geistigen Dingen nie mehr ein so hohes Ansehen gewonnen, meinte der Schweizer Kulturhistoriker Jacob Burckhardt Ende des 19. Jahrhunderts. Der Philosoph Karl Jaspers bezeichnet den Zeitraum von 800 bis 200 vor Christus gar als »Achsenzeit«, in der die geistige Grundlegung der Menschheit erfolgte, der moderne Mensch überhaupt erst geboren wurde. Die Entstehung des Buddhismus, Konfuzianismus und des talmudischen Judentums fällt ebenfalls in diesen Zeitraum. Am bedeutendsten für unseren Kulturraum sind aber sicherlich die »Weltweisen«, die während der »Achsenzeit« im antiken Athen wirkten.

Dass Sokrates heute immer noch als ein Jahrtausendweiser gilt, grenzt fast an ein Wunder. Er hat nichts Schriftliches hinterlassen und sich auch sonst nicht um ehrenvolle Ämter bemüht. Kaum vorstellbar, dass heute noch jemand zu Weltruhm gelangt, der seine Forschungen und Lehren nicht wenigstens in Buchform, besser noch in elektronischer Form – über das Internet oder Fernsehen – verbreitet. Selbst vor etwa 2450 Jahren, zu Sokrates’ Lebzeiten, war es üblich, dass Gelehrte ihre Erkenntnisse fein säuberlich auf Papyrusrollen niederschrieben oder sie zumindest einem professionellen Schreiber diktierten. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, reisten die Gelehrten der Antike von Ort zu Ort. Das war für manchen ein ziemlich einträgliches Geschäft: Dreißig bis vierzig Drachmen Eintritt kostete eine Vorlesung.

Diese »Wandergelehrten« nannten sich »Sophisten«, was sich am einfachsten mit »Weise« übersetzen lässt. Sokrates hielt nicht allzu viel von ihnen, er bezeichnete sich als »Philosoph«, als &raq
uo;Freund der Weisheit«. Und als solcher ist er heute immer noch bekannt. Die Namen und Lehren der Sophisten sind dagegen in Vergessenheit geraten. Dabei haben sie sich meist viel Mühe gegeben, ihre Schriften zu verbreiten, um sich selbst als »Weisheitslehrer« bekannt zu machen. Einen »echten« Weisen wie Sokrates erkennt man also nicht unbedingt daran, dass er kluge Bücher geschrieben hat oder überhaupt als Intellektueller bekannt ist. Nichts Äußerliches weist bei Sokrates auf seine Weisheit hin. Barfuß durchstreift er die Straßen von Athen und macht sich meist schon frühmorgens auf den Weg zum Gymnasium, wo er seinen Körper trainiert. Trotz aller Leibesertüchtigung ist er hässlich. Statuen zeigen einen kräftigen Mann mit breiter Nase, wulstigen Lippen und zotteligem Bart und Haar. Manch einer vergleicht ihn mit einem Silenen, einem rohen Wesen, das in Wäldern leben soll und lediglich seinen Instinkten folgt. Ein Silen ist die Verneinung jeglicher Kultur und Zivilisation. So ein Aussehen passt also so gar nicht zu einem großen Weisen. Doch Sokrates versteckt seine Weisheit, und da kommt ihm sein wenig attraktives Aussehen sogar gelegen. Es ist beinah wie eine Maske, die ihm die Natur gegeben hat. Und auch im Gespräch mit seinen Schülern schlüpft Sokrates immer wieder in eine Rolle – und das ist niemals die des Weisen. Sein Schüler Alkibiades schreibt: »Er (...) verstellt sich nur gegen die Menschen und treibt Scherz mit ihnen sein Leben lang.« Aber die sokratische Ironie, für die der antike Weise so berühmt ist, dient immer nur einem Zweck: seine Gesprächspartner ein klein wenig weiser zu machen. Das ist es letztlich, was eine Begegnung mit diesem Mann so verlockend macht.

Meine Zeitmaschine würde ich so programmieren, dass sie auf dem Marktplatz von Athen landet. Denn dort verbringt Sokrates wohl di
e meiste Zeit des Tages. Die Agora, wie die Griechen diesen Ort nennen, ist mehr als nur das Einkaufszentrum der Athener. Sie ist vor allem ein Versammlungsort. Hier geben die Bürger der Polis ihre Stimmen ab, und in Kriegszeiten sammelt sich das Heer auf der Agora. Aber auch außerhalb solcher besonderen Anlässe ist auf dem Marktplatz immer viel los. Hier bekommt man die aktuellen Informationen über die Geschehnisse innerhalb und außerhalb des hellenischen Reiches genauso zu hören wie den neuesten Klatsch und Tratsch. Vermutlich hätte ich es nicht ganz leicht, Sokrates in dem Gewimmel überhaupt ausfindig zu machen.

In jedem Fall wäre er aber gern bereit, sich mit mir zu unterhalten. Denn nur um mit den unterschiedlichsten Menschen zu reden, kommt Sokrates auf die Agora. Hier kann er einfache Handwerker genauso treffen wie junge Adlige, die über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, um ihr ganzes Leben dem Studium zu widmen. Anstatt philosophische Vorträge zu halten, verwickelt er seine Schüler oder auch irgendeinen Passanten in ein Gespräch. Meist ist er es, der die anderen ausfragt. »Unergründlich bin ich, und ich bringe es dahin, dass die anderen nicht mehr weiterwissen«, sagt er von sich selbst. Sokrates macht es einem nicht gerade leicht, zu ergründen, woran man einen Weisen erkennt. Und doch glaube ich nicht, dass ich nach einem Gespräch mit Sokrates enttäuscht wäre oder das Gefühl hätte, nichts gelernt zu haben. Denn obwohl er seine Gesprächspartner ratlos zurücklässt und ihnen selbst auch kaum eine Antwort bieten kann, hat er etliche treue Schüler, darunter einige der vielversprechendsten jungen Männer Athens. Sie sind es schließlich auch, die seine Lehren aufschreiben und über sein Leben berichten, allen voran Platon, der selbst ein berühmter Philosoph wurde, aber auch der schriftstellernde
Feldherr Xenophon rühmte Sokrates.

Was wir über sein Leben wissen, haben wir also den Berichten seiner Schüler und Freunde zu verdanken. Das bedeutet nichts anderes, als dass zumindest sie ihn als einen Weisen erkannt haben. Was wirklich dran war an dieser seltsamen Gestalt der Antike, ist heute schwer zu ergründen. Sicher ist, dass ihm das Philosophieren nicht in die Wiege gelegt wurde. Sokrates stammt aus einer Familie von Steinmetzen und hat dieses Handwerk wohl auch selbst eine Weile ausgeübt. Den Luxus der Weisheitssuche können sich zu dieser Zeit eigentlich nur...


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