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Wäldchestag

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Produktdetails

Titel: Wäldchestag
Autor/en: Andreas Maier

ISBN: 3518398814
EAN: 9783518398814
Ausgezeichnet mit dem Aspekte-Literatur-Preis 2000 und dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung.
'suhrkamp taschenbücher Allgemeine Reihe'.
Neuauflage.
mit einer Abbildung.
Fotos von Jürgen Bauer
Suhrkamp Verlag AG

27. Mai 2002 - kartoniert - 315 Seiten

»Es ist, als sei allem etwas entzogen worden, wie durch einen chemischen Vorgang, eine Substanz, die nicht mehr in den Dingen vorhanden sei, obgleich sie doch eigentlich in ihnen vorhanden sein müßte. « Was aber, wenn die Dinge auch zuvor nie von einer Substanz durchdrungen waren? So wie all die Geschichten, die sich um den Niederflorstädter Sebastian Adomeit ranken, der als asketischer Konsumverweigerer und als Daseinssuchender sich stets von der dörflichen Biederkeit und der alltäglichen Infamie absetzte. Auch noch nach seinem Ablebenzieht er den Unmut der Dorfbewohner auf sich, indem er kurz vor seinem Tod den Pfingstdienstag, der im Raum Frankfurt traditionell als >Wäldchestag< gefeiert wird, als Tag für die Testamentseröffnung auswählte. Ein Affront gegen die lokalen Gepflogenheiten. Spekulationen der gerüchtebesessenen Dörfler um die Person des intellektuellen Sonderlings setzen ein und stiften Verwirrung, so daß selbst der Erzähler, einer der wenigen Vertrauten des Verstorbenen, zugeben muß, nicht mehr erkennen zu können, »was von dieser Geschichte tatsächlich passiert sei«.Andreas Meier wurde 1967 in Bad Nauheim geboren. Im Frühjahr 2002 erschien im Suhrkamp Verlag sein zweiter Roman Klausen.
Andreas Maier wurde 1967 im hessischen Bad Nauheim geboren. Er studierte Altphilologie, Germanistik und Philosophie in Frankfurt am Main und ist Doktor der Philosophie im Bereich Germanistik. Er lebte wechselweise in der Wetterau und in Südtirol. Andreas Maier lebt in Hamburg.

»Ein Autor wie sein Debüt: klug, verschmitzt, nie geschwätzig. Wie Philosophie liest sich beides, der Mann und sein Buch. Beide haben sie einen kraftvollen Sog, dem sich schwer zu entziehen ist.«
Kundenbewertungen zu Andreas Maier „Wäldchestag“
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Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Klatsch und Tratsch im Konjunktiv - von Elvira Hanemann (Buchhandlung Thaer) - 04.12.2006 zu Andreas Maier „Wäldchestag“
Der Roman spielt in der Wetterauer Provinz, irgendwo in Hessen; den Wäldchestag gibt es wirklich, wie mir eine hessische Freundin (die das Buch übrigens begeistert verschlungen hat) bestätigte. Er findet um Pfingsten herum statt, war früher ein Riesenpicknick im Wald und ist mehr und mehr zu einer Art Jahrmarkt mit Würstchen- und Schießbuden verkommen. Eine hessische Volkstradition gewissermaßen. Die Handlung setzt ein mit dem Tod des Einzelgängers Adomeit, der es boshafter Weise geschafft hat, zu einem so ungünstigen Zeitpunkt zu sterben, dass den Dorfbewohnern ihr Pfingstfest vermasselt wird. Denn obwohl der sich für Natur- und Vogelkunde interessierende Adomeit nur zwei Freunde im Ort hatte, muss natürlich das halbe Dorf auf dem Begräbnis und dem anschließenden Leichenschmaus anwesend sein, man könnte ja etwas Wichtiges verpassen... Ja, und dann tobt die Gerüchteküche: warum hat Adomeit damals vor vielen Jahren seine Schwester aus dem Haus geworfen, was gibt es zu erben und wer bekommt es, etwa der tumbe Sohn (der nur seiner langweiligen Arbeit bei der Stromversorgung lebt), doch die wieder aufgetauchte und zur ¿feinen Dame¿ mutierte Schwester, etwa die Putzfrau, der nun plötzlich ein ¿sonderbares¿ Verhältnis zu Adomeit nachgesagt wird oder vermacht er es gar dem Ornithologenverein? Gibt es ¿ abgesehen von dem kleinen Häuschen ¿ überhaupt ein Vermögen? Und was bedeutet die Pistole, die im Wald vergraben wurde: Wer war Adomeit in Wirklichkeit? Der junge Schosser, sein Freund Schuster und die junge Katja, die wie aus dem Nichts auftaucht sind angewidert von der Tratscherei und Heuchelei, aber der Rest des Dorfes geilt sich unheimlich auf und erfindet viele Geschichten, wo es gar keine gibt. So ganz nebenbei entfaltet sich ein ländlicher Mikrokosmos: die Jugend, die versucht, zu entkommen, aber im Spießertum bereits ausweglos verfangen ist, der Pfarrer, der Anwalt, die Kleingärtner, die Neider, die Bösartigen und die Harmlosen, alles ist hier versammelt. Es gibt den Abenteurer, den Kleinkriminellen, die Aufschneider, endlose Besäufnisse, unglückliche und glückliche Liebesgeschichten, na ja , das ganze Leben eben... Selten habe ich eine derart treffende, witzige und pointierte Beschreibung von dörflicher Enge gelesen.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll FA-bel-haft! - von Ilse Junker (Buchhandlung Viola Taube) - 07.11.2006 zu Andreas Maier „Wäldchestag“
Zugegeben, in diesen tollkühn erzählten Roman ist nicht leicht einzusteigen. Durchweg im Konjunktiv geschrieben, verlangt er gerade auf den ersten Seiten viel guten Willen - und wäre der "Klappentext" nicht so vielversprechend gewesen, hätte ich "Wäldchestag" vermutlich auch beiseite gelegt. So aber, habe ich ein erstklassiges Erstlingswerk erlebt und einen neuen Lieblingsautoren gefunden. Der Roman erzählt die Geschichte des Sonderlings Sebastian Adomeit aus der Wetterau bei Frankfurt, der so gar nicht in die dörfliche Biederkeit passen mag. Der asketische Konsumverweigerer zieht noch nach seinem Ableben den Unmut der Bevölkerung auf sich, indem er den Pfingsttag, der in dieser Region traditionell als "Wäldchestag" gefeiert wird, als Tag für die Testamentseröffnung auswählte. Ein Affront gegen die lokalen Gepflogenheiten - eben typisch Adomeit. Spekulationen der gerüchtebesessenen Dörfler um die Person des intellektuellen Sonderlings setzen ein ... Dieses Buch ist fa - bel- haft!
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