Wie autoritäre Triebunterdrückung den Weg für den Faschismus ebnet - Wilhelm Reichs bahnbrechende Analyse. 1933 erschien Reichs Massenpsychologie des Faschismus zum ersten Mal. Das Buch kam zu spät, um noch viele Leser zu erreichen: Es wurde zur Lektüre der Emigranten und blieb notwendig folgenlos. Inzwischen lässt sich eine Kritik des Faschismus - nicht nur des deutschen, sondern der faschistischen Struktur überhaupt - ohne Reich nicht mehr denken. Reichs klinisch und soziologisch geschulter Blick durchschaute den fundamentalen Zusammenhang zwischen autoritärer Triebunterdrückung und faschistischer Ideologie. Er analysierte die Gestik, Phraseologie, die moralischen Schemata und Aktionen der »Hitlerei« und wies in ihnen die Verschiebung von Sexualangst zu einem Mystizismus nach, der die Freiheitsfähigkeit des Menschen in einen irrationalen Mechanismus chronischer Abhängigkeit pervertierte. In der 3. , erweiterten Ausgabe von 1942 sieht Reich den Faschismus nicht mehr auf einzelne Staaten beschränkt, sondern erkennt ihn als Phänomen der modernen Massengesellschaft überhaupt. Seine Grundthese bleibt bestehen: Eine Überwindung des Faschismus ist nur möglich durch eine rationale Neuregelung der Sexualökonomie der Gesellschaft. Das vorliegende Buch ist eine unveränderte Neuauflage der 1971 erschienenen Ausgabe.
1897 geboren, wurde nach Auseinandersetzungen mit der
KPD
auf der einen Seite, der Freud-Schule auf der anderen 1934 aus der
KP
und der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung ausgeschlossen.
1939 Emigration in die USA, wo er 1957, verfolgt wegen seiner unkonventionellen Heilmethoden in einem Gefängnis starb.
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