Ich kann dem Buch guten Gewissens zwei volle Sterne geben, einen für Fleiß (über 550 Seiten!) und einen für die originelle Idee.
Leider lässt das Werk nach ungefähr der Hälfte ungemein nach, da es dermaßen geschwätzig und aufgeblasen daherkommt, dass ich mich zum Ende hin sogar regelrecht zwingen musste, es zu Ende zu lesen. Hier hat meiner Meinung nach ein Versagen des Lektorats stattgefunden, das Buch ist mindestens um 200 Seiten zu lang ausgefallen.
Meines Erachtens macht der Autor viel zuwenig aus der recht originellen Idee einer in der Gegenwart immer noch existierenden DDR, man erfährt zwar einige interessante Details, aber es entsteht beim Leser leider kein Kosmos vom Leben in einer heutigen DDR, die Figuren bleiben klischeehaft blass. Wer hier als Leser eine gewisse Erwartungshaltung hat, wird ziemlich enttäuscht.
Letztendlich ist es auch nur ein schnöder Krimi, den man, abgesehen vom Sujet, woanders besser liest.