Das Buch hinterlässt bei mir einen zweigeteilten Eindruck.
Zuerst das Positive: Es liest sich gut und Kieling macht einen mit Naturwundern, Nationalparks und schönen Orten bekannt, die vielen Wanderfreunden nicht unbedingt ein Begriff sind. Drömling, Arendsee oder Hörselberge sagten mir bisher nicht viel, obwohl ich gerne und viel wandere. Einige der von ihm beschriebenen Ecken werde ich mir in nächster Zeit sicher noch gönnen.
Aber nun zum Negativen: Was mir in dem Buch total fehlt, ist das eigentliche Wandern. Was hat er eingepackt, wo hat er gegessen, wo sein Zelt aufgeschlagen? Wie fühlte sich sein Körper nach mehreren langen Wandertagen an, wie bekam er Muskelkater, Blasen und Erschöpfung in den Griff, wie und wo hat er seine nassen Klamotten getrocknet?
Stattdessen sehr viel Selbstbeweihräucherung und Exkurse über die jüngere deutsche Geschichte (BRD-DDR). Und manchmal war Kieling auch unfreiwillig komisch: Wie sein Hund angelt oder das Zelt aufschlägt hätte ich wirklich gern gesehen ;). Überhaupt - der Hund: Sicher ein toller Begleiter und vermutlich sogar notwendig, wenn man als Einzelperson so eine lange Wanderung macht, aber Kieling redet mir zu viel von dem Tier und er prahlt zu heftig. Ja, vermutlich sind Schweißhunde ganz etwas Besonderes, aber ein simpler Schäferhund, Retriever, Pudel oder gar ein Straßenmischling hätte es sicher genauso gut getan.