Europäische Korrespondenznetze, die Kommunikation über weite Räume und Grenzen hinweg ermöglichten, sind das Thema der Beiträge des Bandes. Nicht nur Meinungs- und Nachrichtenaustausch vollzog sich über das Medium des Briefes, auch Realien - Antiquitäten, Handelswaren, Bücher und Naturalien - wurden in diesen Transfer einbezogen und hatten in Korrespondenznetzen der Frühen Neuzeit eine hohe Bedeutung. Gerade dieser Realientransfer spielte für das in diesem Band gewählte Korrespondenzbeispiel "Botanik und Pflanzentransfer" mit der Versendung von Pflanzen und Pflanzensamen eine zentrale Rolle. Briefliche Kommunikation als Medium sozialer Verflechtung lässt sich in ihrer Bedeutung für Genese, Transfer und Ordnung von Wissen am Beispiel botanischer Ordnungssysteme ebenso nachvollziehen wie an der brieflichen Verbreitung und Nutzbarmachung des Wissens über neu entdeckte Pflanzen in Medizin und Landwirtschaft. Durch die Diskussion und Anwendung moderner netzwerkanalytischer Verfahren präsentiert der Band in interdisziplinärer Kooperation zugleich neue Wege einer systematisch-vergleichenden Erforschung der Struktur und Dynamik von Korrespondenznetzen.
Inhaltsverzeichnis
1;Inhaltsverzeichnis;6 2;Einleitung;10 3;1. Wissenschaftshistorische Kontexte: Gelehrtenrepublik und Botanik im 18. Jahrhundert;30 3.1;Exchange of Letters and Channels of Communication. The Epistolary Networks in the European Republic of Letters;32 3.2;Botanical Networks revisited;48 3.3;Deutsche Wissenschaft Portugiesische Natur. Die Entstehung einer Flore Portugaise;66 3.4;Botanischer Tausch und Ökonomie der Natur;80 3.5;Auswärtige Saamen und Gewächse ingleichen zur Correspondence die Verbreitung linnéscher Naturalhistorie in Schwedisch- Pommern im 18. Jahrhundert;92 3.6;Korrespondenzen und andere Netze: Die Konstruktion von Pflanzenbildern im 18. Jahrhundert;114 3.7;Gelehrte Liebhaber Ökonomen. Typen botanischer Briefwechsel im 18. Jahrhundert;136 4;2. Fallstudien;150 4.1;Lorenz Heister und die Braunschweig-Blume. Eine Zwiebel vom Kap der Guten Hoffnung als Instrument der gelehrten und höfischen Selbst-Präsentation;152 4.2;Sammeln und Vernetzen. Christoph Jacob Trew (16951769) in seiner botanischen Matrix;172 4.3;Avec une grosse boete de plantes vertes Pflanzentransfer in der Korrespondenz Albrecht von Hallers (17081777);202 4.4;Pflanzentausch und Wissenstransfer am Beispiel des Mannheimer Botanikers Friedrich Casimir Medicus (17361808);220 4.5;Kulturpflanzentransfer im Netz der Oekonomischen Gesellschaft Bern;230 4.6;Alpenbotanik, Transfer und Raum als Netzwerk der Regensburgischen Botanischen Gesellschaft und deren Publikationsorgane;272 5;3. Netzwerke in der Analyse;288 5.1;Pikante Verhältnisse. Verflechtung und Netzwerk in der jüngeren historisch-kulturwissenschaftlichen Forschung;290 5.2;Zwischen den Maschen. Die andere Seite der Korrespondenznetze;302 5.3;Netzwerkanalyse und historische Elitenforschung. Probleme, Erfahrungen und Ergebnisse am Beispiel der Reichsstadt Augsburg;316 5.4;Qualitative und quantitative Analyse eines Ego-Netzwerks am Beispiel der Korrespondenz Hans Fuggers (15311598);330 5.5;Exploration von Netzwerken durch Visualisierung. Die Korr
espondenznetze von Banks, Haller, Heister, Linné, Rousseau, Trew und der Oekonomischen Gesellschaft Bern;348 6;Anhang;382 6.1;Bibliographie;383 6.2;Abbildungsnachweise;423 6.3;Index der Personennamen;425 6.4;Verzeichnis der Autorinnen und Autoren;433