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Nie war es herrlicher zu leben

Das geheime Tagebuch des Herzogs von Croÿ 1718-1784.
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Produktdetails

Titel: Nie war es herrlicher zu leben

EAN: 9783406621710
Format:  EPUB
Das geheime Tagebuch des Herzogs von Croÿ 1718-1784.
Herausgegeben von Hans Pleschinski
Beck C. H.

1. September 2011 - epub eBook - 428 Seiten

Herzog Emanuel von Croÿ (1718-1784) stammte aus einer altadligen Familie französich-deutschen Ursprungs, war Landbesitzer, ranghoher Militär, Beobachter und Chronist seiner Zeit und interessierte sich insbesondere für Literatur, Architektur sowie das Theater. Er war nicht nur ein produktiver Autor von Essays und Pamphleten, sondern auch ein besessener Tagebuchschreiber, von dem tausende Seiten seines Journals seit 1740 überliefert sind. Hans Pleschinski hat das Journal zum ersten Mal in einer Auswahl für das deutsche Publikum übersetzt und herausgegeben: Eine farbige und anschauliche, streckenweise einzigartige Fundgrube, was das politische und gesellschaftliche, private und höfische Leben im 18. Jahrhundert in Frankreich und in Deutschland bis zur Französischen Revolution anbelangt. Begegnungen mit Voltaire und Benjamin Franklin, den Brüdern Montgolfier, Porträts von Madame de Pompadour bis zu Marie Antoinette, die Hinrichtung eines Attentäters und das Sterben Ludwigs XV. - ein unschätzbares und präzises Dokument einer untergegangenen Welt.
Hans Pleschinski, geboren 1956, Literatur- und Theaterwissenschaftler, lebt als freier Autor in München. Er veröffentlichte zahlreiche Romane, eine Auswahl aus dem Briefwechsel zwischen Voltaire und Friedrich dem Großen, und gab die Briefe der Madame Pompadour sowie Erzählungen von E.T.A Hoffmann heraus. Zuletzt erhielt Hans Pleschinski, der zwei Mal mit dem Tukan-Preis der Stadt München ausgezeichnet wurde, den Hannelore-Greve-Literaturpreis (2008) und den Nicolas-Born-Preis (2008).

Ein Fürst stellt sich vor


Ich kam am 23. Juni 1718 um zehn vor eins in der Früh im Schloß von Condé in der sogenannten Königskammer zur Welt. Selbigen Tags wurde ich in der Schloßkapelle not- und sechs Wochen später in der Kirche ordentlich getauft. Zum Paten (mein Vater vertrat ihn) hatte ich den Comte de Solre, der damals in Paris weilte, wo er am 22. Dezember jenes Jahres starb (so daß er mich nie erblickt hat), und zur Patin Madame la Marquise du Quesnoy höchstselbst.

Eine wackere Bäuerin aus Petit-Quesnoy hat mich gut umsorgt.

Von Geburt an bis zu meinem siebten Jahr, als man sie mir fortnahm, hatte ich zwei Gouvernanten, die Decré und Lemoine hießen.

Mein Vater ließ aus Frankfurt einen gewissen Rhindorf[1] kommen, der mich erziehen und mir Deutsch beibringen sollte; von meinem vierten Lebensjahr bis Ende 1730 war er um mich.

Am 6. Dezember 1722 fand in Condé die Hochzeit des Marquis de Leyde statt.

In meinem Geburtsjahr erfreute sich mein Vater[2] noch bester Gesundheit, und er reiste wegen unserer Besitzansprüche mit M. Dinchy nach Holland. Sehr angeschlagen kehrte er zurück und kränkelte fortan. Er reiste dennoch mehrmals nach Paris und regelmäßig auf seine Ländereien, wo er alljährlich die Abrechnungen prüfte. Zunehmend schwach, starb er am 1. November 1723 um ein Uhr morgens. Ich war damals fünf Jahre, vier Monate und eine Woche alt. Ich erinnere mich, ihn nur zweimal gesehen zu haben: einmal in seinem Sessel neben dem großen Kamin in seinen Gemächern; dann (eher ungenau), als man ihn in seinem Sessel in den Hof oder Garten trug.

Als es ans Sterben ging, brachte man mich eine Woche vor seinem Tod ins Schloß Eremitage.

Da mein Vater oft abwesend und sehr gebrechlich war, kümmerte
sich meine Mutter sorgfältig und mit nie nachlassender Zärtlichkeit um meine Erziehung.

Zwei Jahre vor dem Tod meines Vaters wurde das Regiment de La Fère in Condé stationiert, und er lernte M. Bottée[3] kennen, einen seinerzeit berühmten Hauptmann, der stellvertretender Standortkommandant war. Als mein Vater sich dessen Verdienste gewahr wurde, überantwortete er ihm meine Ausbildung, und er ließ ihn versprechen, den Dienst zu quittieren, wenn ich alt genug wäre, damit er mir gänzlich zur Verfügung stünde.

Noch zu Lebzeiten meines Vaters wurde mein Onkel Beaufort, der 1723 in spanische Dienste getreten war, mein Vormund. Meine Mutter, die im Heiratsvertrag darauf verzichtet hatte, erfüllte diese Pflicht stellvertretend und so hingebungsvoll, wie sie sich auch meiner Erziehung widmete. Sie ließ etliche Rechtshändel schlichten und kümmerte sich vorzüglich um meine Angelegenheiten.

1726 brachte meine Mutter M. Bottée dazu, seinen Dienst zu quittieren. Seither blieb er als Freund in unserem Hause, strebte jedoch nie das Amt eines Erziehers an, sondern suchte mich von Zeit zu Zeit auf, während Rhindorf nie von meiner Seite wich. Erst nachdem ich das Kolleg verlassen hatte, wurde Bottée mein ständiger Begleiter.

In meinen frühesten Jahren verließ ich Condé nur, um sommers die eine Meile bis Schloß Eremitage zurückzulegen. Sechs Wochen nach dem Ableben meines Vaters brachte man mich erstmals nach Lille zur Marquise du Quesnoy. Nach ungefähr drei Wochen ging es zurück nach Condé.

Im folgenden Sommer 1724 wurde ich nach Petit-Quesnoy bei Lille mitgenommen. Die Marquise du Quesnoy vermittelte mir dort manch gute Lebenseinsicht; sie konnte damals noch gehen, verstarb aber während dieses Aufenthalts.

1725, 26, 27 verbrachte ich mit meiner Mutter stets ungefähr
zwei Monate in Petit-Quesnoy, das ich wegen seiner Menschen, seiner Lage und der Ungezwungenheit, die dort herrschte, sehr mochte. Es war die schönste Zeit meiner Jugend.

Ende 1725 kehrte der Comte de Beaufort aus Spanien zurück. Er wollte eine Operation hinter sich bringen und sowohl meine Angelegenheiten als auch jene der Marquise de Leyde[4] regeln, die ihren Gemahl verloren hatte und gleichfalls mit ihrem Sohn in Condé eintraf.

Im Sommer 1726 sah ich in Valenciennes beim Provinzgouverneur M. de Vatan eine große Festoper und ein Feuerwerk.

Im Frühling 1727 nahm mich meine Mutter für ungefähr drei Wochen mit ins Schloß von Enghien: Dort lernte ich Rousseau[5] kennen. Ich erkrankte durch verdorbenes Brot. Zu ebendieser Zeit wurde auch der Comte de Beaufort in Paris im Hôtel de Noailles operiert.

Im übrigen wurde ich, wie schon erwähnt, von meiner Mutter und Rhindorf in Condé erzogen.

Was die Belange unseres Hauses betrifft, so hatte Mahy, der starb, als ich ein Jahr alt war, sie gemeinsam mit dem Comte de Solre bestens geregelt. Hernach hatten wir für fünf oder sechs Jahre keinen Hauptverwalter, denn mein Vater kümmerte sich um alles selbst. Nach seinem Tod bereiste manchmal meine Mutter mit den Messieurs Douviers die Liegenschaften und prüfte anstelle des Comte de Beaufort die Abrechnungen; erst nach seiner Rückkunft aus Spanien stellte er Vallerand als Hauptverwalter an, dem 1731 M. Cordier folgte.

Den Sommer 1727 verbrachten wir wie üblich in Petit-Quesnoy. Kaum nach Condé heimgekehrt, brach ich mit meiner Mutter in ihrer Berline am 22. September zu meiner ersten Reise nach Paris auf. Wir fuhren über Mouchy, wo wir zwei Tage blieben. Ich logierte mit meiner Mutter im Kloster. Ich sah das Schloß, und am 29. September 1727 erreichten wir an Sankt Michael um vier Uhr nachmittags Pa
ris. M. de Stetin eilte uns entgegen und begleitete uns in die Rue Guénégaud, ins Hôtel d’Espagne, wo der Comte de Beaufort uns erwartete. Ich wohnte dort zwei Wochen lang, während deren ich ins Theater mitgenommen wurde, ein wenig von Paris sah und Besuche absolvierte.

Am 14. Oktober 1727 wurde ich als achter Neuzugang im Jesuitenkolleg in der Rue Saint-Jacques bei Pater Seguin aufgenommen. Als Präfekte hatte ich dort die Patres Desjasnet, Dudoié und Corette.

Ich war während meiner Kindheit und Jugend äußerst empfindlich und kränklich, hatte in Condé oft Fieber und litt stets unter Kopfweh. Auch im Kolleg war ich häufig krank, was mich oft am Lernen hinderte. Meine Mutter blieb nur wenige Monate in der Rue Guénégaud; dann mietete sie in der Rue Pot-de-Fer, gegenüber den Kleinen Jesuiten, das Haus Fer-à-cheval, schließlich das Haus in der Rue Cassette, Ecke Rue Vaugirard.

Im Sommer 1728 reiste meine Mutter mit dem Comte de Beaufort in meinen Angelegenheiten nach Flandern und blieb bis zur Fastenzeit 1729, um sich alsdann ganz in der Rue Cassette einzurichten.

Im Frühjahr 1729 kurte ich mit Ziegenmilch in dem hübschen Haus von Issy, das die Marschallin de la Mothe meiner Mutter, die es von früher kannte, zur Verfügung gestellt hatte.

Im September 1730 erkrankte ich im kleinen Palais in der Rue Cassette heftig an den Pocken. Nach dieser Heimsuchung verließ mich am 8. Dezember Rhindorf und kehrte nach Deutschland zurück. Daraufhin wurde Bertot mein Kammerdiener. Im Kolleg hatte ich meine Lehrer, und M. Bottée wohnte unter unserem Dach, suchte mich jedoch nur selten auf.

Gut vorbereitet empfing ich zu Ostern am 25. März 1731 im Kolleg meine Erstkommunion. Am 27. verkühlte ich mich auf dem Heimweg von einem geistlichen Konzert, und ich lag be
reits am 29. März 1731 krank im Kolleg; da eine Rippenfellentzündung drohte, wurde ich sieben Mal zur Ader gelassen. Nach dieser schweren Erkrankung und wegen meiner schwachen Konstitution wurde ich am 29. April 1731 aus dem Kolleg genommen: So habe ich dort nur drei Jahre, sechs Monate und sechzehn Tage verbracht.

Im Sommer 1731 reiste meine Mutter mit dem Comte de Beaufort nach Flandern. Es war seine letzte Reise. Sie kehrten selbigen Jahrs Ende Dezember zurück. Während dieser Abwesenheit blieb ich zu Hause mit M. Bottée, der sich mir vollends widmete, eher als Freund denn als Bediensteter. Um mich der Theaterbesuche überdrüssig zu machen, führte man mich in jenem Sommer mit der Kutsche oder zu Fuß dreimal pro Woche hin. Täglich nahm ich bei der Marquise de Leyde und ihrem Sohn am Quai Malaquais das Mittagessen ein. Ich bekam alle möglichen Lehrer: M. de Menillory für Mathematik, die M. Bottée ihm beigebracht hatte; den berühmten Physiker Abbé Molières für Latein; Blondy für den Tanz; und so vergingen die Jahre.

Ein paar Tage nach Ostern 1732, das auf den 13. April fiel, reiste der Comte de Beaufort nach Spanien, und wir sahen ihn nie wieder. Die Marquise de Leyde hauchte auch alsbald ihre Seele aus.

In den Sommern 1732 und 1733 war ich mit meiner Mutter in Doue bei M. de Trainel, wo es sehr lustig zuging. Den Rest des Jahres und die Winter verbrachte ich im Haus in der Rue Cassette mit meinen Lehrern, meiner Mutter und M. Bottée, spazierte umher, oft im Garten des Palais Luxembourg, wo ich mich im Gespräch mit M. Bottée trefflich bildete oder las.

1733 bereiste meine Mutter Flandern. Im September war ich Gast bei der Verlobung von Mademoiselle d’Havré, die nach Turin heiratete.

Im August 1734 kehrte ich das erste Mal mit meiner Mutter nach Condé zurück, sie i
n...


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