Voller Vorfreude habe ich mich auf mein erstes Lese Erlebnis mit diesem Autor eingelassen. Die Geschichte klang interessant, und die Reputation des Literaturprofessors ist groß.
Der Schreibstil, die Sprache der Wörter, der Sätze enttäuschte mich auch nicht, aber spätestens seit dem Viertel der Tracks frage ich mich, warum Ortheil sein Hörbuch selbst lesen musste.
Sein - an anderer Stelle hab ich das schon mal lobend erwähnt gesehen - stetig gleicher und alles gleich machender Singsang ist ein echter Härtetest, von dem ich, jetzt bei der Hälfte angekommen, nicht weiß, ob ich ihn bestehen werde. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, jemandem zuzuhören, der einem Kind vorliest. Nur leider passt diese Tonality nicht zum Inhalt und offenbart (oder ruft sie sie erst hervor?) zudem Schwächen in den Dialogen, bei denen ich mich gelegentlich an die aus Helge-Schneider-Filmen (die natürlich grandios sind!) erinnert fühle.
Und noch etwas macht mich rasend, Herr Ortheil: Die (wie im echten Leben leider auch) inflationäre Verwendung des (Mode-)Wortes Projekt , das auch hier nur dieselbe unsägliche Floskel ist, die entweder die berühmte heiße Luft kaschieren muss, die das Projekt eigentlich nur ist, oder die Hilflosigkeit belegt, passende(re), wirklich aussagekräftige Begriffe für das zu finden, womit sich jemand beschäftigt.
Da kann man - wider anderer Befürchtung - nur hoffen, dass genau diese Entlarvung das Ziel der Übung war ...