"Ich bitte Sie um Ihren Mann. Nicht für lange, weil - ich muss sterben." So beginnt der Buchrückentext dieses einmaligen Romans. Marlene ist eine sehr gefragte Ärztin auf einer Krebsstation. Doch dann steht plötzlich Amelie vor ihr und sagt diesen Satz. Marlenes Leben gerät aus den Fugen. Sie ist seit Jahren mit Markus verheiratet, nicht unbedingt himmelhochjauchzend glücklich, aber zufrieden. Was ist mit Amelie und Markus? Geht er mit Amelie fremd? Marlene ist enttäuscht, wütend und dennoch fühlt sie sich von Amelie angezogen. Marlene ist entschlossen, der todkranken Amelie ärztlich beizustehen, der Amelie, die anders ist als andere junge Frauen, die Amelie, die Hutmacherin ist und die die seltsamsten Kreationen trägt. Eine zarte Freundschaft entwickelt sich zwischen den beiden, die immer wieder von Marlene in Frage gestellt wird, da sich Amelie häufig in ihr Leben einmischt. So organisiert Amelie zum Beispiel ein Treffen mit Marlenes Vater, zu dem sie seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Marlene, deren Mutter viel zu früh verstorben ist, wirft ihren Vater noch immer indirekt vor, er hätte sich damals nicht genug um sie - Marlene - gekümmert. Ein Kindheitstrauma, das sie nicht zu überwinden weiß.
Marlene kämpft gegen Amelies Krankheit an. Sie gibt alles, bis sie selbst einen Zusammenbruch erleidet. Die beiden fahren zusammen zu Amelies Familie in die Toskana. Das Leben geht weiter - bis es sich ein weiteres Mal zu drehen beginnt.
Ich konnte diesen Roman nicht mehr aus der Hand legen. Er hat mich von der ersten bis zur letzten Seite fasziniert. Die Geschichte an sich, eigentlich traurig, melancholisch und doch so wunderbar in der sprachlichen Umsetzung. Wie steht es auf dem Buchrücken geschrieben? Ein wunderbares Buch, das Schweres leicht erzählt und mit jeder Zeile das Leben feiert. Ich könnte es nicht besser ausdrücken. Dieser Satz trifft diesen außergewöhnlichen Roman haargenau.