In der Pepys Road werden die Bewohner mit Postkarten und DVDs mit der Aufschrift Wir wollen was ihr habt belästigt. Dies steigert sich mit der Zeit zu Vandalismus und Tierquälerei. Der Polizist Mill ermittelt in diesem Fall. Währenddessen wird die Geschichte der Bewohner dieser Staße, welche ein gut betuchtes Leben führen, über einen Zeitraum von einem Jahr erzählt.
Kapital beleuchtet alle möglichen Facetten der Finanzwelt, die in der Weltstadt London auffindbar sind; aber auch in jeder anderen Stadt bis hin zu Dörfern vorhanden sind. Von den Asylbewerbern, die aus ihrem Land geflohen sind, weil sie dort verfolgt wurden und nun in Auffanglager ihre Leben dahinfristen, weil sie nicht abgeschoben werden dürfen, aber auch keine Arbeitserlaubnis erhalten. Bis hin zu den Reichen, die sich jeden Luxus gönnen und meinen sie müssten sterben, wenn sie einen Tag lang nicht ihren Reichtum und damit auch Macht demonstrieren dürfen.
Von dieser Straße, Pepys Road, werden sehr viele Bewohner beschrieben und deren Charaktere und auch das Verhalten zum und mit Geld vorgestellt. Die Einführung der Personen ist dem Autor sehr gut gelungen, denn wenn man nicht gerade lange Lesepausen macht, findet man schnell wieder in das Geschehen und die Geschichte der jeweiligen Person rein. Meistens geht es zwei Kapitel lang um diesen Charakter, bevor die Sichtweise wieder wechselt und eine andere Person beschrieben wird. Dies macht das Lesen des Buches sehr abwechslungsreich und man kann sich in verschiedene Sichtweisen hineinversetzen.
Der Fall mit den Postkarten und DVDs wird sehr geschickt immer nur nebenbei erwähnt und sehr spät wird überhaupt der Kommissar erwähnt, sodass man gar nicht das Gefühl hat, dass es eigentlich um diese Drohungen und die Ermittlung dazu geht. Aber die Erwähnung der Postkarten zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch und verbindet den Schluss mit dem Anfang.
Das Buch ist gut, flüssig und mit viel Humor, vor allem durch die eingefügten Klammern, geschrieben. Negativ jedoch sind die teilweise sehr langen Sätze, die sich schon mal über eine Viertel Seite hinziehen. Dies macht es dem Leser schwerer aufmerksam zu folgen. Auch die Tatsache mit den vielen Charakteren und Wechseln zwischen den Charakteren kann es einem langsamen Leser oder einem Lesen mit vielen Leseunterbrechungen schwer machen im Geschehen zu bleiben.