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Willy Brandt und Helmut Schmidt

Geschichte einer schwierigen Freundschaft.
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Produktdetails

Titel: Willy Brandt und Helmut Schmidt
Autor/en: Gunter Hofmann

EAN: 9783406639784
Format:  EPUB
Geschichte einer schwierigen Freundschaft.
Beck C. H.

20. September 2012 - epub eBook - 336 Seiten

Willy Brandt und Helmut Schmidt - zwei berühmte Deutsche, die gegensätzlicher kaum hätten sein können. Gunter Hofmann, langjähriger Chefkorrespondent der ZEIT, schildert die faszinierende Geschichte ihrer schwierigen Freundschaft, in der sich ein ganzes Jahrhundert deutscher Geschichte widerspiegelt. Seine intime Kenntnis der Akteure und Ereignisse, sein feines Gespür für die seelischen Konstellationen und nicht zuletzt sein glänzender Stil machen dieses Buch über zwei Weggefährten, Kanzler und Rivalen zu einer spannenden Lektüre.
Gunter Hofmann war bis 2008 Chefkorrespondent der «ZEIT». 2002 erhielt er für sein Buch «Abschiede, Anfänge - Die Bundesrepublik. Eine Anatomie» den «Preis der Friedrich-Ebert-Stiftung» für das beste politische Buch des Jahres.

I. Letztes Bild


Keines Blickes würdigte Willy Brandt Helmut Schmidt beim Kölner Sonderparteitag der SPD im November 1983 in den tristen Messehallen, und auch der Kanzler a. D. wollte offenkundig am liebsten nicht mehr zum Parteivorsitzenden Brandt hinsehen: blass, versteinert ihre Mienen, kein Sieger, nirgends. Lediglich noch dreizehn von vierhundert Delegierten hatten sich soeben bei der Abstimmung bereit gezeigt, Helmut Schmidts Position mitzutragen, die überwältigende Mehrheit votierte mit Willy Brandt endgültig dagegen, dass atomare Mittelstreckenraten auf deutschem Boden stationiert werden. Es war das Ende eines vierjährigen Konflikts, wie ihn die Bundesrepublik selten erlebt hatte. Einsam war es um Schmidt geworden, der in der Welt ähnlich viel Respekt genoss wie Brandt. Als Kanzler war er bereits abgewählt, dreißig Kilometer entfernt von der Messehalle saß Helmut Kohl als sein Nachfolger im Kanzleramtsbüro und leitete vom leicht erhöhten Chefsessel aus die Kabinettssitzungen. Kühl verkündete er, Schmidts Kurs zu vollenden und die Raketen zu stationieren – dass er auch Kontinuität in der Brandt’schen Ostpolitik wahren wolle, davon sagte er nichts. Nach seinem Amt verlor Schmidt jetzt auch noch diesen Konflikt in der eigenen Partei.

In diesem Bild, Brandt und Schmidt, die sich nicht anblickten, leuchtete die ganze komplizierte Beziehung noch einmal auf. Lange hatten sie verschleiern wollen, dass sie in unterschiedliche Himmelsrichtungen zerren – aber nun kam es zum Schwur. Es sah so aus, als kollidierten Realpolitik (Schmidt) und Idealismus (Brandt), und der führende Exponent der Realpolitiker unterlag. Natürlich war das eine trügerische Vereinfachung, Brandt war kein Idealist. Aber Schmidt selbst hatte dazu beigetragen, dass man ihren Zwist so deutete; seine Widersacher, spitzte er gerne zu, verweigerten sich den Reali
täten. Daher hatte diese Szene etwas von High Noon. Ein Hauch von Bitterkeit haftete dem an, alle drängte es aus dem Saal, als wollten sie flüchten.

Auf der Rolltreppe in der Messehalle begegneten sie sich noch einmal auf dem Weg zu ihren schwarzen, bleiverglasten Limousinen und den wartenden Chauffeuren. Journalisten, die es beobachteten, haben die wenigen Sekunden nie vergessen: Sie sahen sich an, Willy Brandt und Helmut Schmidt, und sie sahen sich nicht. Was man sich spontan wünschte, war offenbar ganz und gar unmöglich für sie – sie gingen nicht aufeinander zu, keiner schüttelte dem anderen versöhnlich die Hand. Den ersten Schritt, dachte man unwillkürlich, hätte in diesem Augenblick Brandt machen müssen, denn er hatte sich durchgesetzt. Aber zu viel war geschehen. So blieb das haften, als enthülle das letzte, dramatische Bild ein endgültiges Zerwürfnis – und die nackte Wahrheit. Diese Geschichte ist nie zu Ende erzählt worden.

Der eine war in der Emigration, der andere Wehrmachtssoldat. Der eine hatte eine normale Jugend in Deutschland erlebt, der andere gehörte zu den raren Ausnahmen, er wich vor Hitler über Dänemark nach Skandinavien aus, die Nationalsozialisten expatriierten ihn und er wurde norwegischer Bürger. Nur fünf Jahre trennten sie, nicht viel, wie man meinen könnte. Willy Brandt kam am 18. Dezember 1913 zur Welt, Helmut Schmidt am 23. Dezember 1918, entscheidende fünf Jahre, nach seiner festen Überzeugung. Der Ältere wurde im Jahr 1969 Kanzler, 1974 trat er in der Affäre um den Ostberliner Agenten im Kanzleramt, Günter Guillaume, zurück; der Jüngere folgte ihm – zögernd – nach und blieb bis zum Herbst 1982 strapaziöse achteinhalb Jahre im Amt. Beide, Brandt wie Schmidt, hatten in diesen dreizehn Jahren das Bild der Republik – dama
ls noch geteilt – weltweit verändert; und die Welt interessierte nicht, ob sie sich überworfen hatten. Gleichwohl, politisch bedeutsam und folgenreich war ihr kompliziertes Verhältnis untereinander, und das hing mit ihren Lebensgeschichten zusammen. Vielleicht hat das Duo Brandt-Schmidt, gerade weil sich so wenig zu fügen schien, am Ende gemeinsam eine solche Wirkung entfaltet?

Mit einem Lob für Willy Brandt und Herbert Wehner ließ Helmut Schmidt bewusst eines seiner Erinnerungsbücher, Weggefährten, ausklingen. Das Triumvirat, wünschte der Autor Schmidt sich nachdrücklich beim Rückblick, habe Anspruch auf Respekt vor der gemeinsamen dauerhaften Führungsleistung. Sie hätten gestritten – aber nicht öffentlich. Selten sei es laut zwischen ihnen geworden wie im Jahr 1974 in jenen dramatischen Stunden in der Klausur von Münstereifel, als die Führungsgarnitur der Sozialdemokraten mit Willy Brandt über sein Verbleiben oder seinen Rücktritt nach der Enttarnung Guillaumes beriet und er zornig dagegen plädierte. Geschämt habe er sich später dafür. Fast etwas wie Abbitte leistete Schmidt in einem Aufwasch gleich auch noch für das Jahr 1972: Wenn Brandt nach seinem triumphalen Erfolg bei den Bundestagswahlen den Eindruck gehabt haben sollte, er hätte ihm diesen Sieg nicht gegönnt, sei das falsch. «Nicht im Traum» habe er an eine eigene Kanzlerschaft gedacht. Und dann Schmidts Erinnerung an ihr letztes Treffen, bei seinem Besuch in Unkel am Rhein in Brandts Privathaus kurz vor dessen Tod, eine Erinnerung, die in einem Bekenntnis, beinahe einem Seufzer, ja einer versöhnlichen Formel für die Ewigkeit mündete. Streit und Dissens, das leugnete er nicht, habe es im Laufe ihrer langen gemeinsamen Geschichte gegeben – «jedenfalls aber war dies 1992 bei ihm genauso vergessen oder abgesunken wie be
i mir Willy Brandts Votum gegen den Nato-Doppelbeschluß im Jahr 1983.» Rechtzeitig hätten sie sich «als Freunde wiedergefunden».[1] Aus dem Protokoll der Geschichte war, wie Helmut Schmidt es sah, all dieser Kleinkram fortan gelöscht. Ähnlich wiederholte es der Autor in seinen Erinnerungen später noch einmal, als solle man es bloß nicht überlesen oder vergessen: «Wir haben uns als Freunde empfunden – und ich werde mich auch fürderhin einen Freund Willy Brandts nennen.»[2]

Freunde? Ja, Freunde seien sie gewesen, auch mir gegenüber bekräftigte der alte Herr es noch einmal in seinem Büro im Hamburger Pressehaus am Speersort, in dem er so gern residiert. Ihre Konflikte ließen sich nicht aus dem Protokoll der Geschichte streichen, aber mit «1989» hatten sie sich doch einfach erledigt, gibt er mir zu verstehen. Und dann, geradezu um Verständnis werbend für seinen Vorgänger im Kanzleramt: Ob ich mir klar sei darüber, wie sehr Brandt unter Depressionen litt? Er jedenfalls sei sich sicher, ohne diesen Befund könne man vieles an Brandts Verhalten nicht richtig verstehen.

In den Sinn kamen mir beim Zuhören einige Zeilen des Brandt-Biographen David Binder, eines renommierten Korrespondenten der New York Times, der beide Kanzler gut kannte und den sie schätzten. Binder erinnerte sich folgendermaßen an Schmidts Worte: «Ich habe ihm meine Freundschaft angeboten. Das muss 1959 gewesen sein, denke ich. Aber er wollte sie nicht. Ich denke, er ist sehr einsam. Ich denke auch, er hat Sorge, von Leuten ausgenutzt zu werden, die ihm zu nahe kommen.»[3] 1959!

Aus Schmidts Sicht zählte Brandt zu jener Generation, die gerade schon alt genug war, um zu erkennen, was mit Hitler auf Deutschland und Europa zuzukommen drohte. Andererseits rechnete er ihn bei dem kleinen
Altersunterschied noch fast zur eigenen Generation, sodass er ohnehin kaum erwarten konnte, einmal Anspruch auf das Kanzleramt anmelden zu können – falls Brandt will, gebührt ihm der Vortritt, das wusste er und daran rüttelte er auch nicht. «Schmidt hatte ja Recht», räsoniert Horst Ehmke altersmilde, ihre Kriegsbeile haben sie beide längst begraben – «wenn Brandt nicht alles passiert wäre, was ihm passierte, wäre es ja auch durchaus möglich gewesen, dass Schmidt nicht Kanzler wird.»

Blieb dieser Willy Brandt ihm ein Rätsel, das sich nicht recht entschlüsseln lässt? Helmut Schmidts Antwort auf meine Frage, nach einem Moment des Nachdenkens, lautet streng und ohne zu zögern: «Nein!» Aber Fragen hätte er an ihn. Was beispielsweise? Dass er sich zum Schluss auf die Seite der Friedensbewegung stellte, erwiderte Helmut Schmidt, obwohl er doch «kurz zuvor» noch ausdrücklich den Doppelbeschluss der Nato unterstützt habe. Bis heute kann oder will er nicht recht glauben, dass dieser Positionswechsel Brandts wirklicher innerer Überzeugung entsprach. Oder weshalb er in den späten 80er Jahren von der «Lebenslüge» Wiedervereinigung sprach, als hätte er die Einheit aufgegeben. Weshalb er Machtworte derart scheute. Und dann – «können Sie sich erklären, weshalb Brandt nicht in Auschwitz war?»

Beide trauten sich erstaunlich früh das Regieren im Adenauer- und CDU-Staat zu, Brandt und Schmidt (auch Fritz Erler, der früh starb, müsste man noch hinzuzählen), sie ließen sich nicht den Schneid abkaufen, als sei ihre Partei auf ewig zur Opposition verdammt, und als beherrschten sie das nicht auch, diese Kunst des Regierens. Noch gaben die Älteren den Ton an in ihrer Partei, Kurt Schumacher, Erich Ollenhauer, Carlo Schmid und Herbert Wehner. Ein kleiner...


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