Kriminetz-Redaktion am/um 6. August 2012 - 9:55
Der Krimi "Endlager" von Claus Kappl trägt den Untertitel "Altlasten in Granit". Der zweite Fall von Kommissar Kleintaler ist, wie schon der erste - "Mord am Goldenen Steig" - im Lichtland-Verlag erschienen.
Es geht um strahlende Abfälle der Atomindustrie, für die ein Endlager gesucht wird. Plötzlich sind die alten Granitsteinbrüche bei Waldkirchen im Bayerischen Wald begehrte Objekte, für die hohe Preise geboten werden. Ausgerechnet Kleintaler findet den verletzten Bauern Behr. Während er die Kollegen herbei telefoniert, verschwindet der Verletzte spurlos.
Kleintalers Tante Martha war zufällig lange Jahre auf Behrs Hof beschäftigt. Sie übergibt Kleintaler eine alte Truhe. In der hat sie auf ihrer Flucht aus Böhmen ihr Hab und Gut verstaut. Viele Böhmerwäldler sind nach ihrer Vertreibung im Bayerischen geblieben und haben die Gegend mitgeprägt. In der Truhe sind die Tagebücher der Tante. Neben Alltäglichem und ihrer Einsamkeit in der Fremde berichten diese vom Verschwinden blonder, kleiner Mädchen. Im Prolog zum Krimi wird vom Tod eines blonden Mädchens in den letzten Kriegstagen während eines Fliegerangriffs berichtet.
Nach Problemen mit seinem neuen Vorgesetzten, der in die Interessen an den Granitsteinbrüchen verwickelt zu sein scheint, wird Kleintaler beurlaubt. Doch die Kollegin Tina Hartmann, mit rückenlangem Haar und auch ansonsten attraktivem Aussehen, bleibt sein direkter Draht ins Kommissariat.
Es kommt zum Verschwinden einer weiteren Person und Kleintaler ahnt allmählich die Zusammenhänge von Tante Marthas Tagebucheinträgen zu Geschehnissen in der Jetztzeit. Mit Spürsinn und einer gehörigen Portion Gelassenheit führt Kleintaler die Fäden zusammen und löst den Fall.
Der Krimi bietet neben viel stimmigen Lokalkolorit angenehme Unterhaltung und ist sicherlich eine schöne Urlaubslektüre, auch zur Einstimmung auf die Gegend.